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09.11.1990 - 

Erneut hohe Verluste beim Masscomp-Käufer

Concurrent strukturiert um und entläßt weltweit Personal

MÜNCHEN (bk) - Aufräumen ist bei der Concurrent Computer Corp. angesagt. Nach einem erneuten Verlustjahr strebt das Unternehmen mit umfassenden Umstrukturierungen einschließlich Entlassungen wieder bessere Zeiten an. Auch die deutsche Tochter muß Personal freisetzen.

Noch immer nicht ganz verdaut hat die amerikanische Concurrent Computer Corp., Hersteller von Echtzeit-Computersystemen für zeitkritische Anwendungen, die Fusion mit Masscomp, die Ende 1988 beschlossen und 1989 beendet war. Die finanziellen Ergebnisse der Folgezeit fielen mager aus, erst im dritten Quartal 1989/90 konnte das Unternehmen seit der Eingliederung Masscomps endlich wieder einen spärlichen Gewinn einfahren. Dies bewahrte die Company allerdings nicht davor für das Gesamtjahr, das am 30 Juni endete, bei einem Umsatz von 340,1 Millionen Dollar einen Fehlbetrag von 42,6 Millionen Dollar ausweisen zu müssen.

Daß der Verlust weitaus höher ausfiel als im Geschäftsjahr 1988/89 - damals verzeichnete Concurrent ,ein Minus von 24,6 Millionen Dollar -, hat man dem amerikanischen Verteidigungsministerium zu "verdanken". Im Zuge der Abrüstung, so erklärte Sigrid Römer, Sprecher der deutschen GmbH, stornierte die US-Regierung im vierten Quartal einen Millionen-Auftrag, den Concurrent schon verbucht hatte. Dadurch mußten die Amerikaner im letzten Abschnitt des Geschäftsjahres einen Verlust von 37,9 Millionen Dollar hinnehmen.

Probleme bereitet dem Unternehmen zudem sein angestammtes technisch-wissenschaftliches Geschäft. Der Markt ist gesättigt, es tobt, so Sigrid Römer, auch in diesem Sektor ein ruinöser Preiskampf. Deshalb ist die Corporation Mitte des Jahres zu neuen Ufern aufgebrochen. Erobert werden soll jetzt auch der kommerzielle Bereich, den, gibt Sigrid Römer zu, Concurrent bisher arg vernachlässigt hat.

Deutsche Tochter soll 15 Mitarbeiter entlassen

Im Juni stellten die Amerikaner eine neue Rechnerlinie fehlertoleranter Unix-Server auf Echtzeit-Basis speziell für den kommerziellen Anwendungssektor vor. Mit diesen Rechnern hofft Concurrent, vor allem in das Banken- und Versicherungsgeschäft einsteigen zu können.

Im Zuge der Umstrukturierung baut Concurrent Computer auch Personal ab. Waren bis zum Frühjahr weltweit noch 3700 Mitarbeiter angestellt, davon allein 2500 in den USA, so sprachen die Amerikaner bereits wenige Wochen später die ersten Kündigungen aus. Um 15 Prozent soll die Belegschaft national wie auch bei den jeweiligen internationalen Töchtern reduziert werden. für die deutsche Niederlassung in Planegg bei München bedeutet dies, 15 Mitarbeiter ihres bislang 80köpfigen Personalstammes zu entlassen, zumal auch die GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 30 Millionen Mark nicht die Gewinnzone erreichen konnte.

Ende September machte Concurrent in Cork/Irland zudem die einzige europäische

Fertigungsstätte dicht. Alle Europa-Töchter beziehen die Rechner nunmehr wieder aus den

USA. Das Corker Fertigungsteam kam zum Teil bei der britischen Dependance unter. Der

Rest mußte sich einen neuen Arbeitgeber suchen.