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21.04.2009

Conergy will Schadensersatzansprüche gegen Altvorstände erheben

HAMBURG (Dow Jones)--Der Aufsichtsrat des Solarkonzerns Conergy will Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder des Unternehmens geltend machen. Gleichzeitig wolle der Aufsichtsrat der im Juni 2009 stattfindenden Hauptversammlung vorschlagen, dem für das Geschäftsjahr 2007 verantwortlichen Vorstand unter Vorsitz von Hans-Martin Rüter die Entlastung zu verweigern, teilte die Conergy AG, Hamburg, am Dienstag mit.

HAMBURG (Dow Jones)--Der Aufsichtsrat des Solarkonzerns Conergy will Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder des Unternehmens geltend machen. Gleichzeitig wolle der Aufsichtsrat der im Juni 2009 stattfindenden Hauptversammlung vorschlagen, dem für das Geschäftsjahr 2007 verantwortlichen Vorstand unter Vorsitz von Hans-Martin Rüter die Entlastung zu verweigern, teilte die Conergy AG, Hamburg, am Dienstag mit.

Nach Auffassung des Aufsichtsrats könnten beim Altvorstand verschiedene Pflichtverletzungen festgestellt werden, teilte Conergy mit. Der Aufsichtsrat wolle mit den betroffenen Altvorständen umgehend Vergleichsgespräche aufnehmen. Sollten diese scheitern, werde der Aufsichtsrat entsprechende Schadenersatzklagen erheben.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Rüter wies die erhobenen Vorwürfe im Gespräch mit Dow Jones Newswires als haltlos zurück. Der Altvorstand behalte sich rechtliche Schritte gegen diese falschen Unterstellungen vor, sagte Rüter.

Anfang November 2007 hatte Rüter das Unternehmen verlassen und war durch den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Ammer ersetzt worden. Das Unternehmen war in eine Liquiditätskrise geraten.

Der Aufsichtsrat wirft dem Altvorstand vor, eine Reihe von Fehlentscheidungen getroffen zu haben. Eine davon betrifft einen Waferliefervertrag mit dem US-Unternehmen MEMC. Am gestrigen Montag hatte Conergy für 2008 einen EBIT-Verlust von 231 Mio EUR berichtet. Das Unternehmen machte hierfür vor allem Belastungen aus einem Liefervertrag mit MEMC geltend. Dieser vom Altvorstand abgeschlossene Vertrag sei sowohl beim Preis als auch beim Volumen völlig überdimensioniert, argumentiert der Conergy-Aufsichtsrat.

Der Solarkonzern strebt nun an, den Vertrag mit MEMC aufzuheben und setzt auch hier auf rechtliche Schritte. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand ermächtigt, notfalls den Liefervertrag noch im April gerichtlich anzugreifen, sollte es in den kommenden Tagen nicht zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, hatte Conergy am Vorabend mitgeteilt.

Der frühere Vorstandsvorsitzende Rüter hält dem entgegen, bei dem angesprochenen MEMC-Vertrag handele es sich um einen branchenüblichen Vertrag. Nach dem Vorstandsbeschluss zum Vertragsabschluss sei am 25. Oktober 2007 die einstimmige Zustimmung durch den Aufsichtsrat erfolgt.

Conergy wirft ihrem Altvorstand auch den Erwerb oder die Gründung einer Reihe von verlustreichen Gesellschaften außerhalb des Kernbereiches vor. Diese seien im vergangenen Jahr teilweise mit hohem Verlusten veräußert oder geschlossen worden. Dies habe insbesondere die Produktionsaktivitäten im Bereich Wind betroffen. Conergy hatte sich 2008 von nicht mehr als strategisch geltenden Bereichen wie Geothermie, Solarthermie, Wind- oder Bioenergie getrennt.

Auch diese Vorwürfe wies Rüter von sich. Die Buchverluste durch den Verkauf der Windenergiesparte Conergy Wind basierten nicht auf Pflichtverletzungen des Altvorstands. Die Conergy sei seit dem Markteintritt im Jahr 2001 zu einem führenden Unternehmen in der Windkraft aufgestiegen, sagte Rüter.

Webseite: http://www.conergy.de -Von Hans Seidenstücker, Dow Jones Newswires +49 (0)69 29725-111, unternehmen.de@dowjones.com DJG/has/smh/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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