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10.03.1995

Connectivity-Produkt fuer Branch-Offices im Palm-top-Format RAD forciert den WAN-Access aufgrund deregulierter Maerkte

TEL AVIV (pg) - Neben Diamanten entwickeln sich Networking- Produkte immer mehr zu israelischen Exportschlagern. Mit an der Spitze dieser Entwicklung steht die 14 Firmen umfassende RAD- Gruppe. Philosophie des Company-Konglomerats ist, Anwendern komplementaere LAN- und WAN-Loesungen anzubieten.

Keimzelle der RAD-Gruppe - RAD steht fuer Research and Development - ist das 1981 von Zohar Zisapel gegruendete Unternehmen RAD Data Communications. Das Flaggschiff des Firmenverbundes erwirtschaftete 1994 mit 450 Beschaeftigten und 70 Distributoren weltweit rund 70 Millionen Mark von den insgesamt 170 Millionen Mark Umsatz der gesamten RAD-Group.

Lannet und AT&T schliessen OEM- und Support-Vertrag

Nahezu gleichauf rangiert an zweiter Stelle der Umsatzskala die Lannet Data Communications. Die auf modulare Hub-Systeme spezialisierte Company bildet mit Silicom die Ausnahme von der Regel. Im Gegensatz zu den anderen zwoelf RAD-Toechtern, die alle noch in privater Hand sind, ist Lannet an der Boerse in New York notiert. Lannet hat im Januar 1995 zuletzt von sich reden gemacht, als der Hub-Spezialist ein Marketing- und Supportabkommen mit AT&T bekanntgab. Demnach wird der US-Konzern 60 Lannet-Produkte inklusive des "Multinet Switching Hub" als OEM unter dem Label AT&T Systi LAN in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika vermarkten.

An eine Zusammenlegung aller 14 RAD-Firmen zu strategischen Business Units in einem grossen Unternehmen denkt Zisapel, der zusammen mit seinem Bruder die Geschicke der RAD-Gruppe lenkt, nicht. Der RAD-Gruender sieht in einer grossen Company keine Garantie fuer mehr Effizienz. Die Wall-Street-Orientierung am Wachstum um jeden Preis sei dafuer verantwortlich, dass viele Wettbewerber jetzt ihr Heil in strategischen Zusammenschluessen suchen. Das Prinzip kleiner und eigenstaendiger Unternehmen sowie die Beteiligung der Mitarbeiter halten die Gebrueder nach wie vor fuer das bessere Erfolgsrezept. Den Gang weiterer RAD-Toechter an die Boerse schloss Zisapel jedoch nicht aus.

Mit der Schaffung von neuen Unternehmen will das RAD-Duo auch in Zukunft rechtzeitig auf Markttrends reagieren. Zu diesem Zweck wurden 1994 Radguard und Radnet ins Leben gerufen. Wie der Name schon sagt, entwickelt Radguard Security-Loesungen, waehrend Radnet auf ATM spezialisiert ist. Weitere Zukunftsmaerkte versprechen sich die Israelis vom PABX-Markt (Private Automatic Branch Exchange), der Computer Integrated Telephony sowie Wireless LANs und WANs.

Auf die Deregulierung der TK-Maerkte insbesondere in Europa hat RAD Data Communications ihre Produktstrategie ausgerichtet. Im Segment der Access-Entwicklungen nimmt der Hersteller bereits eine Gewichtung von 80 zu 20 Prozent zugunsten des WAN-Marktes vor. Im Zentrum der Produktpolitik steht dabei die Integration der Sprachkommunikation in private Netzwerke, eine bessere Nutzung von bestehenden Datenverbindungen, ein vereinfachter Zugriff auf Dienste, die Entwicklung von Multimedia-Anwendungen sowie die Kostenreduzierung fuer Carrier.

Der Klientel der Carrier sowie Corporate-Networks-Betreiber praesentiert RAD Data Communications auf der CeBIT '95 den Time- Division-Multiplexer "Megaplex-2000". Der fuer den Zugang zu 2- Mbit/s-Verbindungen entwickelte modulare Multiplexer wurde fuer Daten-, Sprach- und Faxkommunikation sowie den LAN-Zugang konzipiert. Er unterstuetzt I/O-Karten fuer Ethernet, Token Ring, 40 High-speed- und 100 Low-speed-Datenkanaele sowie 55 Sprachkanaele.

Das Produkt beinhaltet ferner in die Datenmodule integrierte Modems sowie Netz-Management-Funktionen fuer mehrfache Punkt-zu- Punkt-Verbindungen. Im zweiten Quartal 1995 soll der Megaplex-2000 auch SNMP realisieren.

Miniatur-Komponenten zaehlen zur RAD-Philosophie

Der Philosophie, moeglichst kleine Produkte zu bauen - RAD feierte die ersten Markterfolge mit Mini-Modems - ist RND auch bei der juengsten Entwicklung treu geblieben. Die auf Bridges und Router spezialisierte Firma im RAD-Verbund stellt auf der Messe in Hannover mit

"OG-VAN" einen Router-Access-Node fuer die Branche-Office- Connectivity vor. Besonderes Merkmal: Das Palm-top-Device hat nur noch die Groesse eines Taschenrechners.

OG-VAN besitzt ein Ethernet-LAN-Interface und unterstuetzt RND zufolge eine WAN-Verbindung von 4,8 bis 348 Kbit/s.

In Anwendung mit dem Multiprotokoll-Router "Open Gate" in einer Sterntopologie liefert die Branche-Office-Loesung Routing- Funktionalitaet fuer die Protokolle TCP/IP, Decnet und IPX/SPX. Ferner werden Subnetze sowie Traffic-Isolation unterstuetzt. Optional sind Interfaces fuer alle gaengigen seriellen Verbindungen erhaeltlich.

Darueber hinaus garantiert OG-VAN laut RND Fehlertoleranz und Netzsicherheit durch eine zweite serielle Schnittstelle und automatische Funktionen eines Waehl-Backup, zum Beispiel ueber ISDN. In Kombination mit dem Router "Open Gate" - RND zufolge das erste Produkt mit RMON-Funktionalitaet am Markt - wird fuer OG-VAN- Anwender auch die von RND generierte Central-Access-Routing- Methode nutzbar. Das Produkt kann ausserdem durch die SNMP- Applikation "Multi Vu" von RND konfiguriert und verwaltet werden.

Fehlanzeige heisst es auf der CeBIT jedoch noch in Sachen ATM- Entwicklungen der frischgebackenen ATM-Company Radnet. Erste Produkte sollen laut RAD-Chef Zisapel noch 1995 auf den Markt kommen und der Bedeutung von ATM Rechnung tragen. ATM wird sich nach Ansicht des Ingenieurs als Standard der Zukunft in LAN- und WAN-Umgebungen durchsetzen. Allerdings werde die komplette Migration der Anwender noch mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Dennoch zeigt die RAD-Gruppe in Gestalt der Test-Equipment-Tochter Radcom in puncto ATM Flagge auf der CeBIT. Radcom demonstriert auf der Messe mit "Expert System" eine Simulationsloesung fuer ATM- Signalling. Es wird als Bestandteil eines Simulationspaketes angeboten, das auf dem ATM-Analysator "RC-200-C" von Radcom laeuft.