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13.04.2001 - 

Integration der gesamten Wertschöpfungskette

Conrad-Gruppe möchte Internet-Aktivitäten weiter ausbauen

Die Conrad-Gruppe, Hirschau, will ihre Internet-Aktivitäten in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Das Ziel ist nicht neu: Durch Datenkonsolidierung möchte Conrad die Prozesskosten senken. Doch speziell für den Versandhandel ergibt sich daraus ein weiterer Vorteil: Time-to-Market bei Technikprodukten. Von CW-Mitarbeiter Jan Schulze

Hightech-Produkte sind zumeist kurzlebig. Im Retail-Bereich liegen die Produktzyklen verschiedener Geräteklassen wie PCs und Handys bei nur wenigen Wochen. Im Versandgeschäft, wo zeitaufwändig Kataloge erstellt werden müssen, sind diese wechselhaften Produkte nur schwer zu beherrschen. Das heißt konkret: Jeder Tag zählt.

Die Werkzeuge für eine kürzere Time-to-Market sind bekannt. Workflow- und Prozessoptimierung sollen auch beim Technikversender Conrad Electronic künftig unter anderem die Zeit zwischen dem Einkauf und der Katalogerstellung verkürzen.

Dazu will das Unternehmen die bestehende SAP-Plattform in den nächsten Jahren weiter ausbauen und zusätzliche Module der MySAP.com-Palette integrieren.

Zurzeit setzt Conrad die Branchenlösung MySAP Retail ein. Das Enterprise Resource Planning (ERP) erfolgt auf dem Modul R/3. Damit wird bis jetzt nicht der gesamte Workflow in der Wertschöpfungskette abgedeckt. An manchen Schnittstellen klaffen Lücken. So ist zum Beispiel die automatische Übernahme von Produktdaten aus der Warenwirtschaft in den Online-Katalog oder die DTP-Software für den Print-Katalog nicht möglich. Auch die Daten der Online-Kunden werden nicht optimal ausgenutzt, um etwa personalierte Angebote zu erstellen.

Abhilfe erhofft sich das Unternehmen durch den Einsatz weiterer MySAP-Module für die Internet-Aktivitäten. Die Realisierung des Projektes erfolgt durch die Partner SAP, Compaq und das auf SAP und Internet spezialisierte, junge Beratungsunternehmen Evivax IT Consulting. Unter dem Stichwort "Integration" sollen die internen Datenbestände mit den online gewonnenen Daten verknüpft werden.

Dabei geht es nicht nur um Kundendaten, die bei einem Online-Einkauf gewonnen werden. Durch die restriktiven Vorgaben, die Conrad an Hersteller und Zulieferer stellt, liegen im Supply-Chain-Management alle notwendigen Produktdaten online vor. Sie müssen von den Zulieferern nach strikten Mustern bereitgestellt werden. Die Kommunikation zwischen den Lieferanten und Conrad Electronic verläuft über das Extranet CEI und Lotus Notes. Produktdaten aus diesem System können automatisch in die Warenwirtschaft von Conrad Electronic übernommen werden. Eine Schnittstelle zum Frontend fehlt allerdings bislang.

Auch der Datenfluss von der Kundenseite verläuft laut dem Unternehmen bislang nicht reibungslos. Diese Lücken will das Versandhaus schließen. Die zusätzlichen MySAP-Module wie etwa MySAP CRM sollen die automatische Verfügbarkeit und Verwendung aller Daten im gesamten Workflow herstellen.

Das Internet als reiner Vertriebsweg ist für Werner Conrad, Geschäftsführer der Conrad Holding, keine zeitgemäße Vorstellung: "Es gilt in Zukunft, die gesamte Wertschöpfungskette in ein einheitliches E-Enterprise zu integrieren." Neben einer besseren Nutzung des Internet im Einkauf verspricht sich Conrad von der neuen Millioneninvestition auch eine Senkung der Time-to-Market: "Wir gewährleisten zukünftig eine schnellere Präsentation von Neuprodukten im Internet."

Reibungslose Integration fraglichTrotz der Entscheidung, mit weiteren MySAP-Modulen auf die bestehende Plattform aufzubauen, geht Conrad nicht von einer reibungslosen Integration der neuen Software aus. Einige branchenspezifische Funktionen müssen bei SAP speziell für dieses Projekt programmiert werden. Sicher sind andere Versandhändler schon gespannt, wie heftig die zu erwartenden Kinderkrankheiten des neuen Systems ausfallen werden.