Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.01.1995

Consumer Electronics Show gibt Vorgeschmack auf digitale Zukunft Etablierte DV-Hersteller lassen auch den Home-Markt nicht aus

MUENCHEN (IDG/CW) - Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas liess keine Zweifel aufkommen: Das multimediale Zeitalter ist angebrochen. So praesentierte sich die Fachhandelsmesse als Jahrmarkt der Technologien, auf dem auch die Grossen der DV-Branche nicht fehlten.

Die digitale Revolution ist da: Computer, Videotechnik und Kommunikation wachsen zusammen. "Die Elektronikwelt steht vor einer Explosion", konstatierte Michael Schulhof, Kopf der amerikanischen Sony-Tochter. Man konnte sich auf der CES schwer des Eindrucks erwehren, dass bezueglich der Innovationskraft derzeit vor allem im Home-Markt die Musik spielt. Ueber 2000 Aussteller praesentierten ihre Produkte, wobei die Bandbreite des Angebots weit ueber Videogeraete, Computer und Telekommunikationsequipment hinausging. Microsofts endanwenderorientierte Applikations-Suite "Bob" (siehe CW Nr. 2 vom 13. Januar 1995, Seite 4) ist nur ein Beispiel dafuer, dass sich auch die DV-Branche staerker auf die privaten Anwender konzentriert. So glaenzten dieses Mal unter anderem Sun, Zenith, HP, Digital und Motorola mit ihrer Anwesenheit. "Frueher waren Heim-PCs einfach eine Erweiterung des Arbeitsplatzes. In den letzten 18 Monaten hat sich das geaendert", beobachtet Dan Ness, Research Director bei der Computer Intelligence Info Corp., La Jolla, Kalifornien. "Heim-PCs wurden zu richtigen PCs fuer den privaten Gebrauch und uebersteigen jetzt sogar die Faehigkeiten der Rechner im Buero."

Gemeint war unter anderem das neue PC-Modell "Presario CDS 524" von Compaq. Fuer einen Strassenpreis von 1849 Dollar erhaelt der Anwender ein Geraet mit 486DX2/66-Prozessor, 8 MB RAM, Anrufbeantworter, CD-ROM-Laufwerk, Faxmodem und Audio-CD-Player. Auch Digital war mit der PC-Linie "Starion" zum ersten Mal auf der CES dabei. Unternehmen haetten erkannt, dass die starke Ausbreitung von CD-ROMs im Soho-Markt die Nachfrage nach PCs erhoehe. Laut Ness wurden 1994 40 Prozent aller installierten PCs zu Hause genutzt.

Durch das grosse Interesse an Online-Diensten finden dem Analysten zufolge auch Modems und Connectivity-Loesungen zunehmend das Interesse der privaten Anwender. "Das groesste Wachstum verzeichneten auf der CES die Bulletin-Board-Services, was vor allem an der Spielesoftware liegt", bestaetigt Ray Wright, Marketing-Direktor fuer Motorolas Information Systems Group in Mansfield, Massachusetts. Sein Unternehmen praesentierte das "Bitsurfer TA210 Digital Modem". Das Geraet, das 495 Dollar kosten soll, unterstuetzt Uebertragungsraten von 64 Kbit/s.

Ob die Anwender auf das digitale Angebot tatsaechlich im erwarteten Masse anspringen, ist fuer das BAT-Freizeitforschungsinstitut zumindest in bezug auf die Bundesrepublik noch zweifelhaft. Das Hamburger Institut hat eigenen Angaben zufolge 2600 Personen ab 14 Jahren nach ihrem Freizeitverhalten befragt. Demnach fuehrt beim Medienkonsum immer noch das Fernsehen (86 Prozent). Nur bei der Jugend sei der Videofilm schon genauso wichtig wie das Buch. "Die Technologien aendern sich schneller als die Gewohnheiten der Konsumenten", meinte Institutsleiter Horst Opaschowski. Den meisten fehle das technische Verstaendnis und die noetige Zeit, zitiert ihn der Nachrichtendienst "vwd". "Ohne eine breite Akzeptanz der Konsumenten wird der Multimedia-Markt kein Milliarden-Markt werden", gibt sich Opaschowski deshalb skeptisch.