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24.09.2004 - 

"Tsunami" soll im vierten Quartal angekündigt werden

Content-Management: Oracle plant Markteinstieg

MÜNCHEN (fn) - Oracle will seine Aktivitäten im Content-Management ausbauen. Unter dem Codenamen "Tsunami" entwickeln die Kalifornier eine auf der "Collaboration Suite" aufsetzende Software für Dokumenten- und E-Mail-Verwaltung und Archivierung.

Nicht Oracle, sondern das Marktforschungsunternehmen Ovum ließ die Katze aus dem Sack - zum Ärger des Softwareriesen. "Wir werden erst im vierten Quartal Näheres zum Produkt sagen", gab sich eine Firmensprecherin zugeknöpft. Verfügbar sein soll Tsunami erst 2005.

Nach Angaben von Alan Pelz-Sharpe, Research Director bei Ovum, verfolgt Oracle nicht die Absicht, mit Spezialisten im Enterprise-Content-Management wie Filenet, Documentum oder Open Text in Wettbewerb zu treten. Während diese Konkurrenzprodukte komplex seien und meist nur für einzelne Abteilungen im Unternehmen in Frage kämen, ziele Tsunami darauf ab, Firmen eine hochskalierbare, kostengünstige Plattform für das Verwalten von Dokumenten und E-Mails, der Vorgangsbearbeitung und das Records Management, also das Aufbewahren von Schriftstücken gemäß gesetzlicher Vorschriften, zu liefern.

Oracles Markteintritt richtet sich nach Einschätzung von Pelz-Sharpe eher gegen Microsoft. Die Redmonder seien mit dem für Collaboration und einfache Dokumenten-Verwaltung ausgelegten Produkt "Sharepoint" in Kombination mit der "Office"-Suite recht erfolgreich. Nach Ansicht des Ovum-Mannes wird Oracle versuchen, Tsunami als Plattform für firmenweite Lösungen mit 5000 bis 50 000 Arbeitsplätzen zu vermarkten. Hierbei käme dem Datenbankspezialisten zugute, dass die Produkte vieler Content-Management-Anbieter für Installationen dieser Größe zu teuer seien.

Gegenüber Microsofts Sharepoint sehe sich Oracle im Vorteil, da Tsunami auf einer Java-basierenden Infrastrukturplattform laufen und voraussichtlich besser skalieren werde.

Doch noch kennt niemand den gesamten Umfang von Tsunami, und über den Erfolg lässt sich nur spekulieren.

Experten sehen die Erfolgschancen von Tsunami eher kritisch. "Oracle hatte Defizite beim Dokumenten-Management und Workflow. Die Funktionen für das Web-Content-Management waren unterentwickelt", so Ulrich Kampffmeyer, Experte für Dokumenten-Management und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Project Consult aus Hamburg. Nun schicke sich der Anbieter mit Tsunami an, fehlende Funktionen (Workflow und Teamfunktionen) zu liefern, die der Wettbewerb schon vorweisen könne.

Die Marktdurchdringung von Tsunami steht und fällt nach Kampffmeyers Einschätzung mit der Lizenzpolitik des Anbieters. Voraussichtlich werde Oracle Tsunami und die Collaboration Suite als Komplettpaket anpreisen. Allerdings gibt Kampffmeyer zu bedenken, dass Anwender durch ein solches Bundling mit Programmfunktionen überschüttet würden, die vielfach schon vorhandene Programme von SAP, Microsoft und IBM/Lotus und spezialisierter Anbieter abdeckten. Dennoch wird Oracle versuchen, im Rahmen von Datenbank-, Data-Warehouse- und ERP-Abschlüssen auch Content-Funktionen an den Mann zu bringen. Dafür spricht auch, dass die Tsunami-Technik laut Ovum auch in die "E-Business Suite" integriert werden soll.

Der Erfolg wird auch davon abhängen, ob Oracle geeignete Integratoren findet, die aus Tsunami Lösungen für Unternehmen bauen können. Hier muss der Hersteller nach Überzeugung von Kampffmeyer erst noch entsprechende Systemhäuser für sich gewinnen. Doch viele von denen beschäftigen sich bereits seit Jahren mit den Produkten etablierter Anbieter.