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07.07.2000 - 

Actional stellt neues EAI-Konzept vor

Control Broker integrieren das Front Office

MÜNCHEN (as) - Actional, vormals Visual Edge, geht beim Thema Enterprise Application Integration (EAI) eigene Wege. Das Front Office soll sich künftig mit Hilfe eines Control Brokers direkt mit dem Back Office koppeln lassen.

EAI-Produkte wie Message Broker dienen der asynchronen Datenübertragung, sind auf mehreren separaten Servern angesiedelt und übernehmen von dort die Ablaufsteuerung und Verwaltung von Regeln für den Datenaustausch zwischen allen angeschlossenen Systemen. Ein Control Broker hingegen bündelt in sich Funktionen von Message Brokern mit Diensten, wie sie Applikations-Server bieten, und soll Front-Office-Anwendungen wie etwa für das Customer Relationsship Management (CRM) oder für E-Commerce ermöglichen, die benötigten Back-Office-Systeme über Request/Reply-Kommunikation synchron oder asychron anzusteuern. Eine zusätzliche Middleware-Schicht ist damit für dieses Szenario nicht erforderlich, eine Kopplung mit bereits bestehenden Systemen bei Bedarf jedoch möglich.

Die Idee hinter diesem Ansatz ist, dass Unternehmen unter Umständen nicht alle Systeme über eine EAI-Architektur flexibel und gleichberechtigt miteinander integrieren wollen oder müssen, sondern eine enge "Verdrahtung" zwischen ausgewählten Anwendungen bevorzugen. Genaugenommen geht es daher nicht um eine allegemeine Inter-Applikations-Kommunikation à la EAI, sondern nur um die Intergration bestimmter Services innerhalb bestimmter Anwendungsdomänen. Dieser Weg ist dann die passende Lösung, wenn eine direkte, Echtzeit-nahe Anbindung von Web-Anwendungen mit dem Back-Office benötigt wird. Ein Beispiel hierfür wäre eine Call-Center-Lösung, die auf Kundendaten und Dienste in diversen Systemen zugreifen muss, während der Klient möglicherweise am Telefon wartet.

Das Konzept ist im Vergleich zu einer Black-Box-Kopplung, wie sie typischerweise EAI-Lösungen anbieten, anwendungsspezifischer und als eine Punkt-zu-Punkt-Integration zu betrachten. Dafür verspricht der Ansatz jedoch eine größere Kontrolle des Workflows sowie eine gesteigerte Performance und Skalierbarkeit. Bestimmte Kopplungsmechanismen und Services, wie sie typischerweise Applikations-Server stellen, sind zudem nicht mehr nötig. Control Broker ermöglichen in erster Linie eine One-to-Many-Kommunikation, die jedoch auch als Many-to-Many-Beziehung implementiert werden kann. Für die Praxis können sie als Ergänzung zu Message Brokern gesehen werden, die eine Any-to-Any-Infrastruktur erstellen helfen, und weisen eine geringeren Abstraktionsgrad bei der Implementierung auf.

Die Firma Actional, die hierzulande im SAP-Partnerport in Walldorf ansässig ist, hat sich nun als erster Hersteller in diesem Marktsegment positioniert. Sie hat ihre gleichnamigen Control Broker in mehrere Produktlinien untergliedert. Sie bieten Plattformdienste und Anschlusstechniken und versprechen eine schnelle Anbindung von Business Objects durch standardisierte, und leichter zu pflegende Schnittstellen (Konnectoren und Adapter), die in Form von Proxy-Objekten realisiert sind. Besonders komfortabel ist es dabei, dass in der Actional-Lösung die Core-Engine eine schnelle Konvertierung und Darstellung der Schnittstellen im Browser ermöglicht. So kann ein Visual-Basic-Entwickler ein SAP-BAPI in einer ihm verständlichen Darstellung betrachten.

Im Einzelnen gibt es die Actional-Suite "E-CRM Control Broker" für die Anbindung von Kunden-Management-Systemen von Siebel, Clarify, Delano, Commerce One, Blue Martini, Oracle OAI und andere. Ferner das Paket "Commerce Control Broker", das unter anderem Schnittstellen zu E-Commerce-Anwendungen von Broadvision, Intershop und SAP R/3 liefert, sowie "Marketplace Control Broker" für "Mysap.com", Ariba und Oracle.

"B2B Control Broker" für Handelssysteme und -plattformen gibt es beispielsweise für Ariba, Oracle und SAP. "Custom Control Broker" schließlich liefert eine Verbindung zu Technologien wie Active Serverpages, Java Serverpages, Enterprise Javabeans, Extensible Markup Language, MQ Series, Corba oder Visual-Basic-Anwendungen. Teil der Control Broker sind neben den Adaptern auch zahlreiche Server-Funktionen, die für Skalierbarkeit und gute Performance, Verfügbarkeit sowie Sicherheit sorgen sollen.

Laut Paul Brennan, Vice President und General Manager European Operations bei Actional, stehe das Unternehmen mit seinem Angebot nicht in direkter Konkurrenz mit EAI-Anbietern, weil jene sich auf die Integration im Back Office und nicht auf das Front Office konzentrieren. Dies zeige sich auch daran, dass Hersteller wie Level 8, Vitria oder Candle die Control Broker in Lizenz genommen haben. Andere Kunden sind Oracle, Bea Systems oder Sybase sowie erste europäische Anwender wie die Swisscom und die Dresdner Bank. Eine besondere Beziehung besteht zudem zur SAP. Diese rührt nicht nur vom hiesigen Standort, den Integrationsmöglichkeiten für Commerce One mit R/3 oder von Ralf Meyer, ehemaliger SAP-Manager und jetziger Managing Director Central Europe bei Actional, her: An der derzeit laufenden zweiten Funding-Runde für Actional ist auch SAP-Vorstand Hasso Plattner privat beteiligt.

Control BrokerFolgende Funktionen werden geboten:

- Adapter, die sich für bestimmte Integrationsszenarien bündeln lassen;

- Unterstützung synchroner Kommunikation etwa mit COM/DCOM, Corba oder EJB sowie asynchrones Messaging mit XML und MQ Series;

- Routing von Events, Messages und Requests nach Datentyp und Message/Event-Handler;

- garantierte synchrone und asynchrone Zustellung und Benachrichtigung der beteiligten Systeme;

- Two-Phase-Commit-Funktionen für die Koordination von Transaktionen über mehrere Systeme;

- lokales Caching von Requests, um häufige Call-Backs zu vermeiden sowie

- Logging/Auditing-Funktionen für die Überwachung und Analyse von Methodenaufrufen und Message-Transfers.