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07.07.2000 - 

Napster hat Rechtstreitigkeiten vor, MP3.com hinter sich

Copyright-Streit bei Online-Musik

MÜNCHEN (wm) - Der Musikindustrieverband RIAA verstärkt den Druck auf die Musiktauschbörse Napster. Nun soll per einstweiliger Verfügung jeder Copyright-geschützer Song blockiert werden.

Napster ist der Musikindustrie ein Dorn im Auge - der Online-Dienst ermöglicht es seinen Benutzern, Musik im MP3-Format über das Internet zu suchen und auszutauschen (siehe COMPUTERWOCHE 24/00, S. 25). Der überwiegende Teil davon ist durch Copyright geschützt und dürfte nicht kopiert werden. Nachdem die Recording Industry Association of America (RIAA) sowie einige Plattenfirmen und Bands Napster bereits mit einer Flut von Klagen überzogen haben, will die RIAA nun so schnell wie möglich konkrete Maßnahmen durchsetzen: Jeglicher Inhalt, der den großen Plattenfirmen entstammt, soll generell blockiert werden, noch bevor das Verfahren zu Ende gebracht ist.

Einen Teilsieg hatte die RIAA bereits erzielt, indem das zuständige Bundesgericht den Antrag Napsters auf eine Einstellung des Verfahrens zurückgewiesen hatte. Mittlerweile erhält die RIAA zunehmend Unterstützung aus der Öffentlichkeit und der Industrie. Viele E-Commerce-Unternehmen meiden Kooperationen mit Napster, um nicht selbst ins Zwielicht zu geraten.

Kritik erntete beispielsweise Amazon.com. Für Surfer, die von Napster an Amazon weitergeleitet werden, erhält Napster eine Provision.

Kooperation mit MusikernHeikler für Napster ist ein anderes Detail, das nun bekannt wurde. Nach einer Meldung von News.com hatte Napster-Mitbegründer Sean Parker in einer Mail an John Fanning, den Onkel des Napster-Gründers Shawn Fanning, ausdrücklich zur Musikpiraterie Stellung genommen. Er äußerte darin Verständnis für die Abneigung der User zur Verlinkung ihrer Musikvorlieben mit den Userdaten, da sie schließlich raubkopierte Musik austauschen würden.

Napster sucht unterdessen offenbar neue Wege, um sein Geschäft auf einen rechtssicheren Boden zu stellen und ein drohendes Aus zu verhindern. Dazu hat das Unternehmen einige Kooperationen mit Independent Labels und Musikern ohne Plattenvertrag geschlossen. Kleinere Plattenfirmen sehen die Möglichkeit, durch Napster eigene Musiker zu promoten.

Während die Industrie alles unternimmt, um den unkontrollierten Austausch raubkopierter Musik einzudämmen, fehlt ihr offenbar nach wie vor ein schlüssiges Konzept für die zukunftsträchtige Vermarktung digitaler Klänge. Michael Robertson, CEO von MP3.com, kritisierte in diesem Zusammenhang die Preisstrategien für digitale Downloads. Seiner Ansicht nach haben Geschäftsmodelle, die kleine Beträge für einzelne Musik-Downloads einstreichen, keine Zukunft. Wie einige Analysten glaubt auch Robertson, dass Musik in Zukunft gegen monatliche oder jährliche Gebühren angeboten werden wird.

MP3.com sorgte in den letzten Monaten wegen eines Rechtsstreits mit der RIAA für Schlagzeilen. Anfang Juni hat sich das Unternehmen schließlich mit zwei großen Plattenfirmen geeinigt. Für die Copyrightverstöße zahlt MP3.com an Warner Brothers Music Group und an BMG eine Entschädigung, außerdem wurden Lizenzvereinbarungen getroffen. MP3.com hatte ohne Genehmigung einen Dienst betrieben, der Usern das Hören von Online-Musik ermöglichte, sofern sie den Besitz der entsprechenden CDs nachweisen konnten.