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27.10.2000 - 

Erste Eindrücke zur Betaversion

Corel Draw 10 kommt Internet-Designern und Druckprofis entgegen

Lange Zeit herrschten bei der kanadischen Softwareschmiede Corel aufgrund der finanziell katastrophalen Situation die Negativschlagzeilen vor. Jetzt hat der Grafikspezialist Version 10 seines Hauptprodukts "Corel Draw" vorgestellt. Heico Neumeyer* berichtet über das Beta-Release.

Wie immer besteht Corel Draw (www.corel.de) aus mehreren Hauptprogrammen und einer Reihe von Zusatzanwendungen. Im Zentrum stehen auch im neu vorgestellten Release 10 das Grafikprogramm "Draw" sowie "Photopaint" zur Bildbearbeitung. Völlig neu ist das Modul "Rave": Dieses Programm erinnert zunächst stark an Coreldraw, dient aber ausschließlich der Produktion von Flash-Animationen für Web-Seiten.

Zahlreiche kleinere Programme ergänzen das Paket: So gehört eine Schriftenverwaltung zum Lieferumfang, die Light-Version der sehr guten Bilddatenbank "Cumulus 5", das Vektorisierungsmodul "Trace" sowie "Visual Basic" für die Automatisierung. Strukturen entstehen mit dem Texture-Modul.

Abgesehen von Rave sind die Verbesserungen vor allem in den Bereichen Druckvorstufe, Online-Design und Benutzeroberfläche auffällig. Damit peilt der Hersteller eindeutig den Bereich der professionellen Designer an. Bahnbrechende gestalterische Verbesserungen finden sich abgesehen von der Flash-Animation allerdings in dem Update nicht.

Erweitert und verfeinert hat Corel den gesamten Bereich der Dokumentenausgabe - vom Online-Publishing über die PDF-Speicherung bis hin zum klassischen Ausdruck. Das Farb-Management wurde erweitert, jedoch gleichzeitig in einem sehr übersichtlichen Dialogfeld zusammengefasst. Grafiker können hier zwischen Kodak- und ICM-Verfahren wählen.

Zudem bietet Corel Draw mehr Optionen bei der Produktion von Acrobat-PDF-Dateien: Solche Dokumente erscheinen ohne jede Verfälschung auf beliebigen anderen Rechnern. Unter anderem erlaubt Corel Draw eine vielseitige Steuerung der Komprimierung für Grafik und Text in PDFs. Zudem lassen sich mit dem Programm Seitenskizzen oder Lesezeichen erstellen. Auch das Erscheinungsbild des PDF-Dokuments beim ersten Aufruf lässt sich vorgeben. So bestimmt der Designer vorab, ob er die Datei im Vollbild-Modus ohne jede Programmfenster-Umrahmung starten will, Ähnliches gilt für die Anzeige von Lesezeichen und Seitenskizzen. Sämtliche PDF-Optionen speichert die Grafiksoftware in ihren Voreinstellungen.

Corel Draw schreibt überdies komplexe Web-Seiten mit Anbindung an CGI-Datenbanken. Für Serienbriefe übernimmt das Programm Informationen aus ODBC-Datensätzen, kommaseparierten Tabellen und anderen Datenquellen. Gleichermaßen für Web-, PDF- und Druckausgabe liefert Corel Draw ausführliche Fehlermeldungen, die den Benutzer bei der Seitenoptimierung sehr gut unterstützen.

In die mit Rave geschriebenen Flash-Animationen für Web-Seiten ist zusätzlich auch eine Klangeinbindung möglich. Die Animationen beruhen auf Vektorgrafik, weshalb die Flash-Dateien deutlich kleiner ausfallen als die auf Bildpunkten basierenden GIF-Animationen. Flash-Dateien entstanden bisher nur mit wenigen Spezialprogrammen wie "Macromedia Flash" oder "Adobe Livemotion".

Schriften oder Vektorgrafiken in Rave lassen sich wie in Draw bewegen, verformen, umfärben und aufwändig übereinanderblenden. Jedes Objekt ordnet man dabei auf einer Zeitleiste an, Rave errechnet anschließend die Übergänge zwischen so genannten Schlüsselbildern. Auch Pixelbilder lassen sich aufnehmen und in Grenzen animieren.

Nur wenige Neuerungen gibt es in Photopaint. Die komplexe Bildsoftware erreichte mit ihren Montage- und Korrekturfunktionen schon in der Vorversion teilweise den Branchenprimus "Photoshop". Wie bei Draw, so lässt sich auch bei Photopaint die Oberfläche erstmals äußerst frei gestalten - sogar ein Editor für die eingebauten Schaltflächen wird mitgeliefert. Beide Programme bieten überdies eine Vierfach-Qualitätsvorschau zur Ausgabe von JPG- und GIF-Dateien.

Fazit: Corel Draw 10 enthält neue und zum Teil mächtige Ausgabeoptionen vor allem für Grafikprofis. Die gestalterischen Möglichkeiten wurden nicht wesentlich erweitert, sieht man vom Animations-Tool Rave ab. Das Produkt für Windows soll ab Mitte November für knapp 1200 Mark erhältlich sein, als Update-Preis werden 600 Mark genannt. Für das Frühjahr 2001 kündigt der Hersteller eine Macintosh-Version an. Eine separate Vermarktung des leistungsfähigen Bildprogramms Photopaint soll es diesmal nicht geben.

*Heico Neumeyer ist Fachjournalist und Softwaretrainer für Bildbearbeitung in Gaißach, Oberbayern (neumeyer@aol.com).