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Kanadier komplettieren Office-Paket

Corel plant Übernahme von Paradox

18.10.1996

"Kein Kommentar", gibt sich Bernd Buchner, Pressesprecher der deutschen Borland-Dependance, wortkarg. "Ich darf offiziell keine Stellung nehmen", hüllt sich auch Corel-Vertreter Thomas Layer in Schweigen, ohne zu verhehlen, daß "die Gerüchte in Übersee und Deutschland überkochen". Doch der Deal, aus dem beide Firmen eine Art Staatsgeheimnis machen, scheint längst unter Dach und Fach. Das glaubt zumindest ein Informant, der bereits den Namen des Produkts kennen will: "Es wird Corel Paradox heißen."

Der Insider weiter: "Corel wird Paradox entweder komplett übernehmen oder aber die exklusiven Rechte an der Entwicklung und dem Vertrieb bekommen." In letzterem Fall behalte Borland zwar die Option, das Produkt in eigener Regie weiterzuentwickeln. Fest stehe jedoch, daß sich der kanadische Anbieter aus Ottawa den kompletten Quellcode zu eigen macht und diesen nach Belieben modifizieren darf.

Mit dem Kauf von Paradox rückt das Ziel der Company um Michael Cowpland, Microsoft im Office-Geschäft Paroli zu bieten, ein Stück näher. Dem Anbieter, der sich vor Jahren mit dem Grafikpaket "Corel Draw" einen Namen machen konnte und durch zahlreiche Übernahmen und Eigenentwicklungen über eines der umfangreichsten Produktsortimente für mittlere Unternehmen, kleine Firmen und Privatanwender verfügt, fehlte bis dato noch ein wichtiges Stück Software im Portfolio - eine Datenbank.

Bislang mußte der kanadische Hersteller mit einer in Lizenz genommenen Paradox-Version in der Bürosuite "Corel Office Professional" auskommen, aber "wir müssen für jedes verkaufte Office-Paket Gebühren an Borland entrichten", begründet Corel-Sprecher Layer das Interesse der Kanadier an einer eigenen Datenbank.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" hatte Corel durch die Verfügbarkeit der "Corel Wordperfect Suite" dem im Office-Markt dominierenden Giganten Microsoft bereits ernsthafte Probleme bereitet. Wie das Marktforschungsinstitut PC Data errechnete, konnte sich Corel mit seiner Office-Suite im Juni und Juli dieses Jahres mit 50 Prozent Marktanteil im Verkauf über US-Großflächenvermarkter knapp vor Microsoft behaupten.

Unterdessen hat Corel vor wenigen Tagen eine weitere Akquisition abgeschlossen: Der Sourcecode und die exklusiven Vertriebsrechte für "Visual Cadd" von Numera Software sind nun ebenfalls in den Besitz der Kanadier übergegangen. Fraglich bleibt, inwiefern sich das übernommene Paket mit dem Konkurrenzprodukt aus dem eigenen Hause, "Corel CAD", überschneidet, das dreidimensionale Entwürfe erlaubt. Laut Thomas Layer werde Corel jedoch beide Produkte separat entwickeln und anbieten.