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16.07.1999 - 

Kanadier stoppen Auslieferung von Wordperfect Office 2000

Corel rüstet sich gegen die Übernahme

MÜNCHEN (CW) - Beim kanadischen Grafikspezialisten Corel geht es momentan drunter und drüber. Während sich die Gerüchte mehren, der Postscript-Pionier Adobe wolle sich den Hersteller aus Ottawa im Zuge einer feindlichen Übernahme einverleiben, muß Corel in Deutschland die Auslieferung von "Wordperfect Office 2000" wegen "technischer Probleme" vorläufig stoppen.

Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach die kalifornische Adobe Systems Inc., San Jose, Interesse an dem kanadischen Anbieter um CEO Michael Cowpland haben soll. Bereits im Februar hatte sich Corel mit einer "Poison Pill", also einer Abwehrmaßnahme, gegen eine feindliche Übernahme durch Adobe gewappnet. Auf die neuen Gerüchte hin stieg jetzt die Corel-Aktie um 75 Cent oder 11,5 Prozent auf 7,25 kanadische Dollar. An der US-Börse Nasdaq verzeichnete der Anteilschein einen Anstieg von 41 Cent auf 4,97 Dollar.

Analysten bezweifeln allerdings die Synergieeffekte einer derartigen Akquisition. Während Corel mit Paketen wie "Corel Draw" vornehmlich private Kunden erreicht, konzentrierte sich Adobe bis dato auf die Bereiche professionelle Bildbearbeitung und DTP- beziehungsweise Layoutsoftware: "Ich bin mir nicht sicher, was eine solche Übernahme für Adobe bringen soll", kommentiert beispielsweise Jay Vleeschhouwer, Analyst bei Merrill Lynch aus New York. Aus Corel-Kreisen war zu vernehmen, es hätten bislang keinerlei Gespräche mit dem Adobe-Management stattgefunden. Die rapide steigende Corel-Aktie erklärte eine Sprecherin mit den Worten: "Wir waren ständig davon überzeugt, daß unser Anteilschein unterbewertet wird. Unser bestes Quartal seit 1995 führt zu dem steigenden Kurs."

In der Zwischenzeit muß sich Corel hierzulande mit technischen Problemen bei der Lokalisierung der Bürosammlung Wordperfect Office 2000 auseinandersetzen. Obwohl der Anbieter keine näheren Angaben zu den Schwierigkeiten machen wollte, wurde die Auslieferung der deutschen Version der Suite kurzerhand gestoppt. Das kanadische Softwarehaus will Kunden, die bereits im Besitz des Pakets sind und sich registriert haben ein kostenloses Service-Pack bis zum 31. August liefern. Ab Ende August dieses Jahres soll die Auslieferung fortgesetzt werden.