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08.09.1995

Corporate Networking/CA-Corporate Tie bei der Hallesche-Nationale Software fuer Mainframe und PC leitet zur kooperativen DV ueber

Von Heidrun Haug*

Aus Sicherheitsgruenden sind alle Daten der Hallesche-Nationale Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit in einem zentralen Grossrechnersystem gespeichert. Auf die Vorteile eines PCs muessen die Mitarbeiter dennoch nicht verzichten: Dateiuebertragungssoftware stellt nicht nur die Verbindung zum Mainframe her, auch E-Mail gehoert zum Leistungsspektrum.

Gert Hinz kennt die Tuecken der Datenverarbeitung: Wenn von Kommunikation zwischen zwei Rechnersystemen die Rede ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Datenaustausch auch den Wuenschen der Benutzer gerecht wird. Von den Anforderungen des Unternehmens an eine zuverlaessige und sichere Informationsverarbeitung ganz zu schweigen. "Der Aufwand fuer ein zufriedenstellendes Konzept ist meist sehr hoch", fasst der Leiter der Abteilung PC-Service bei der Hallesche-Nationale seine Erfahrungen zusammen. So war er denn eher skeptisch, als das Unternehmen Ende der 80er Jahre die Vernetzung zwischen PCs und Grossrechnersystem beschloss: Das wuerde nicht einfach werden.

Doch es kam anders. Mit nur fuenf Mitarbeitern gewaehrleistet Hinz heute die gesamte Datenversorgung der privaten Krankenversicherung: Auswahl und Beschaffung der Geraete, Programmierung, Installation und Betreuung der Benutzer. Sie managen von der Zentrale aus den PC-Betrieb in der Stuttgarter Direktion, wo 220 Geraete installiert sind, weitere 74 PCs in den bundesweit eingerichteten 40 Geschaeftsstellen, und sie zeichnen zusaetzlich dafuer verantwortlich, dass die 120 Notebooks, die der Aussendienst im Einsatz hat, technisch einwandfrei funktionieren. Wichtigster Grund fuer diesen rationellen Benutzerservice ist ein reibungsloser Austausch von Dateien zwischen PCs und Zentralrechner. Die Hallesche-Nationale spart so viel Zeit und Kosten.

Die Staerken beider Systeme voll nutzen

Seit 1990 hat die Hallesche-Nationale, die zum Unternehmensverbund Alte Leipziger gehoert und mit 814 Millionen Mark Beitragseinnahmen bei fast 440000 Versicherten eines der grossen Unternehmen der privaten Krankenversicherung in Deutschland ist, unternehmensweit eine sehr leistungsstarke, kooperative Datenverarbeitung realisiert. Mit Hilfe der Datenuebertragungssoftware "CA-Corporate Tie" sind alle PCs untereinander ueber den Zentralrechner vernetzt, so dass sich die Staerken beider Systeme voll nutzen lassen. Die Sachbearbeiter koennen Kundenanfragen direkt am PC bearbeiten, wobei sie jederzeit Zugriff auf die zentral auf dem Grossrechner verwalteten Vertragsdaten ihrer Kunden haben. Erstellte Dateien werden an den Host weitergegeben und dort gespeichert. So wird durch das zentrale Daten-Management auf dem Grossrechner ein Hoechstmass an Sicherheit und Zuverlaessigkeit gewaehrleistet, ohne dass der Endanwender auf eine grafische Arbeitsumgebung verzichten muss.

Filetransfer in vieler Hinsicht unbefriedigend

Leistungsstarke Dateiuebertragung vom Host zum PC ist in vielen Unternehmen gefragt, wenn es um den Umgang mit sensiblen Daten geht. Ueberall dort, wo Datensicherheit und Datenschutz eine grosse Rolle spielen, ist die Beibehaltung des Zentralrechners mit einer komfortablen Verbindung zur PC-Welt sinnvoll.

Doch der Filetransfer zwischen Zentralsystem und Arbeitsplatzrechner ist in mehrfacher Hinsicht unbefriedigend: Zum einen laesst sich dabei immer nur eine Datei uebertragen (wer mehrere Datensaetze oder Dateien versenden moechte, muss ueberdies jedes Mal die Prozedur aufs neue starten). Erschwerend kommt hinzu, dass die Dateien oft in Formaten erstellt wurden, die dem Endbenutzer nicht vertraut sind und deshalb von ihm nicht ohne weiteres auf seinen PC geladen werden koennen. Zum anderen und wesentlich gravierender ist die Tatsache, dass es bei einem Filetransfer keinerlei Kontrolle ueber Absender und Empfaenger gibt; jeder PC-Nutzer, der sich per Passwort als zugriffsberechtigt ausweist, ist in der Lage, Daten aus dem Host abzurufen. Was bedeutet, dass die Sicherheit der Daten fuer einen Krankenversicherer in unertraeglichem Masse beeintraechtigt waere.

Einfache und zentral gesteuerte Uebertragung

Datensicherheit und -integritaet waren denn auch bei der Hallesche- Nationale, wie so haeufig, das Hauptmotiv fuer die Einfuehrung der Uebertragungssoftware. PC-Systeme und -Netzwerke erreichen laengst keinen so hohen Sicherheitsstandard wie eine zentral gesteuerte Datenverarbeitung. Als weiteres Argument kam hinzu, dass man den Aufwand fuer den Benutzerservice in Grenzen halten wollte.

Im Vordergrund stand fuer Hinz die einfache und zentral gesteuerte Dateiuebertragung. Die PCs der Sachbearbeiter, deren Diskettenlaufwerke bei der Hallesche-Nationalen aus Sicherheitsgruenden uebrigens gesperrt sind, sind heute taeglich von sieben bis 18 Uhr online mit dem Grossrechner verbunden. Je nach Kundenstamm wird eine Geschaeftsstelle monatlich mit 5 bis zu 25 MB Bestandsdaten aus dem Host versorgt, was sich aktuell besonders bei der Einfuehrung der Pflegeversicherung, die zu umfangreichen Vertragsaenderungen gefuehrt hat, als vorteilhaft erwies.

Revision laesst jede Nacht auswerten

Der PC ist zum zentralen Auskunftssystem geworden. Zudem kann jeder PC-Nutzer mit anderen Fachabteilungen per Corporate Tie Dateien austauschen. Auch Nachrichten versenden und empfangen die Fachabteilungen inzwischen digital - die Dateiuebertragungssoftware wird zum Electronic-Mail-System.

Wichtig war Hinz zudem die empfaengerorientierte Datenuebermittlung. Der PC-Nutzer, der die Daten erhalten soll, muss beim Senden spezifiziert werden. Darueber hinaus lassen sich, vom Mainframe wie von jedem PC aus, Files auch an mehrere Bestimmungsorte und Benutzer adressieren. In einem Briefkasten zeigt die Software dem Empfaenger am Monitor an, dass Dateien an ihn uebersandt wurden. Andererseits hat der Sender der Daten jederzeit die Moeglichkeit, zu ueberpruefen, wer die Daten bereits abgeholt hat.

Die Prozedur erscheint einfach. Die Daten und Dokumente, die ein Anwender versenden moechte, werden mit einem einfachen Befehl zuerst in eine gemeinsame Datei auf dem Host uebertragen. Dort bleiben die Daten so lange, bis die Empfaenger sie abgeholt haben. Danach werden sie automatisch geloescht. Die Empfaenger erhalten die Dateien so formatiert, wie sie erstellt wurden.

Auch bei der Wartung und Pflege des PC-Betriebs wurden Zeit und Kosten spuerbar reduziert. Der gesamte Daten- und Programmbestand wird in der Stuttgarter Direktion ueberwacht, aktualisiert und ergaenzt. Einmal pro Monat spielt der Benutzerservice den aktuellen Bestand an Vertragsdaten wie die gueltige Liste der berechtigten Empfaenger auf die Magnetplatte des Hosts, auf die man per Corporate Tie Zugriff hat. Auch die Updates der Anwendungsprogramme fuer den PC werden von Hinzes Abteilung zentral vorbereitet und vom Host aus an die 75 angeschlossenen PCs ueberspielt.

Da alle Vorgaenge stets zentral in einem System gespeichert sind, kann die Hallesche-Nationale auch jederzeit aktuelle Auswertungen veranlassen. So nutzt dies beispielsweise die Revisionsabteilung, die jede Nacht die Vorgaenge auswerten laesst, um morgens aktuell ueber den Stand der unerledigten Versicherungsfaelle informiert zu sein. Dies erfolgt ueber eine besondere Funktion von CA-Corporate Tie, mit der man an unbesetzten PCs Datenuebertragungen und auch Mainframe-Programme starten kann.

"Ohne eine leistungsstarke Dateiuebertragungssoftware", ist sich PC-Chef Hinz sicher, "braeuchten wir mehr Mitarbeiter im Benutzerservice." Und auch dann haetten sie alle Geschaeftsstellen nie zum gleichen Zeitpunkt mit den aktuellen Daten und Programmversionen versorgen koennen. Die Hallesche-Nationale ist mit der Infrastruktur fuer eine Mainframe-basierte Datenversorgung zufrieden: "Unsere internen wie externen Kunden profitieren davon", sagt Hinz.

* Heidrun Haug ist freie Fachjournalistin in Tuebingen