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08.09.1995

Corporate Networks/Corporate Networks: Von Fachleuten fuer Fachleuten

Was sind ueberhaupt Corporate Networks? Was ist passiert, dass seit geraumer Zeit so gut wie jeder (zumindest in Deutschland) davon spricht? Ein Corporate Network ist ein digitales Kommunikationsnetz fuer einen Unternehmensverbund, ueber das sich Daten und Sprache und in Zukunft unter Umstaenden auch Bewegtbilder wie zum Beispiel Videokonferenzen uebertragen lassen. Derartige Netze sind heute noch eine grosse technische Herausforderung, wenn sie allen Aspekten gerecht werden wollen.

Das im Fernmeldeanlagengesetz von 1989 definierte (und bis zum 31. 12. 1997 geltende) Telefondienstmonopol der Telekom verbietet die Vermittlung von Sprache zwischen anderen rechtlichen Personen und damit auch zwischen Tochterfirmen eines Konzerns. Die aus dem Jahr 1990 datierende EU-Richtlinie 90/388/EWG erlaubt jedoch die Vermittlung von Sprache, wenn sie nicht in kommerzieller Weise fuer die Oeffentlichkeit erfolgt. Die EU-Kommission hat daher schon 1992 die Umsetzung in deutsches Recht bei der Bundesregierung angemahnt. Der Bundespostminister reagierte Anfang 1993 mit entsprechenden Verfuegungen und genehmigte die Vermittlung von Sprache fuer andere im Rahmen geschlossener Nutzergruppen unter bestimmten Randbedingungen.

Die Umsetzung des EU-Rechts macht Unternehmen in Deutschland in ihrer Strukturentscheidung freier. So ist heute sogar die Ausgliederung der nachrichtentechnischen Abteilung eines Unternehmens als eigene Firma moeglich geworden, denn auch der Betrieb eines Corporate Networks fuer Kunden ist, einschliesslich der Sprachvermittlung, zulaessig. Neben den strukturellen Vorteilen eroeffnen sich hier neue Maerkte fuer Dienstleistungsunternehmen, die es bisher auch fuer die Telekom nicht gab. So kann zum Beispiel ein Angestellter des Kundendiensts ein bei ihm ankommendes Telefongespraech einfach an einen Fachmann in der entfernt liegenden Zentrale durch das interne Corporate Network weitervermitteln, ohne dass der Kunde neu anwaehlen muss.

Mehr Kommunikation kostet auch mehr

Solche Szenarien haben selbstverstaendlich einen gesteigerten Kommunikationsbedarf zur Folge, der unter den heute noch geltenden Umstaenden in den Betrieben zu enormen Mehrkosten fuehrt, denn die Firmen uebernehmen ja die Kosten fuer die interne Kommunikation im eigenen Netz, das sie bereitstellen (lassen) muessen. Anders formuliert: Die im Rahmen von Corporate Networks gegebenen (preisguenstigeren) Kommunikationsmoeglichkeiten steigern das Kommunikationsaufkommen erheblich.

In der DV-Welt ist derzeit viel von Downsizing, Rightsizing und Client-Server-Architekturen die Rede. Geschieht das innerhalb der Grenzen eines Grundstuecks, ist also das Unternehmen an nur einem Standort vertreten, laesst sich dies mit den gaengigen LAN-Techniken verhaeltnismaessig preiswert realisieren. Wenn das Unternehmen aber viele Filialen oder Niederlassungen hat, muss es immer noch Leitungen der Telekom nutzen - was bei der standortuebergreifenden Verbindung von PC-LANs nicht nur deutlich hoehere Kapazitaeten erfordert, sondern vor allem um einiges hoehere Kosten bedeutet. Fuer so manches Unternehmen mit einer Filialstruktur ist daher eine Client-Server-Loesung unbezahlbar.

Das Ende des Telefondienstmonopols 1998 allein reicht aber noch nicht aus, um Corporate Networks effizient zu realisieren. Das ebenfalls noch bis 1998 geltende Netzmonopol, das der Telekom das ausschliessliche Recht zum Errichten und Betreiben von Uebertragungswegen einraeumt und nur geringfuegige Ausnahmen zulaesst, ist sehr kompliziert und behindert durch seine Verknuepfung mit dem Telefondienstmonopol die begonnene Liberalisierung deutlich. Zudem erheben die Regulierungsbehoerden in Deutschland immer noch den Anspruch, innerhalb eines Corporate Networks die Sprachqualitaet beim Telefonieren mit externen Gespraechspartnern vorzuschreiben.

Aus einer Erklaerung des Arbeitskreises Corporate Networks im Deutsche Telekom e.V. (DTe.V.) und Anwenderforum Telekommunikation e.V. (AFT).