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17.02.1984 - 

Arbeitsgruppe sucht "politische Kanäle"

Count nimmt Digitalisierung unter die Lupe

MAINZ (bl) - Das Diskussionsmodell der neuen Datex-Gebühren (CW NR. 7/84, Seite 1) lieferteden Aufhänger für die Gründung eines seit längerem geplantem Arbeitskreises (AK) "Digitale Netze". Die Initiative geht vom Count Benutzerforum e. V., Gäufelden, aus. Auf der konstituierenden sitzung in Mainz wurde als erstes Ziel der vorerst noch kleinen Gruppe privater Netzbetreiber die Bildung einer "Schnittstelle" zu den Arbeitskreisen "Datenfernübertragung, DFÜ" und "Integrated Services Digital Network, ISDN" beim Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) genannt.

Personifiziert wurde diese Schnittstelle in Dieter Steuer, Inhaber eines Beratungsunternehmens in Hannover und früher Leiter des Datex-P-Proiektes des VDRZ (Verein Deutscher Rechenzentren ), Hannover.Der Kreis versteht sich als Werkstatt, die Anwendern (und Herstellern) Argumentationshilfen in der Diskussion mit der Deutschen Bundespost liefern will. Die Ergebnisse der in dem Count-AK geleisteten Arbeit sollen "über politische Kanäle" in den Entscheidungsprozeß beim Postministerium einfließen. Erste "Hausarbeit" der Count-Mitglieder wird sein, die Auswirkungen der andiskutierten Datex-L- und Datex-P Gebührenerhöhungen an konkreten Fällen zu errechnen. Einen derartigen Einzelfall konnten die Gründungsmitglieder bereits präsentieren: 57 Prozent beträgt hier die mögliche Kostensteigerung für eine Datex-P-Anwendung.

Die "Counter" werden bei ihrer umfangreichen Rechenarbeit in Terminschwierigkeiten geraten, wenn sie noch rechtzeitig auf die "Nacht-und-Nebel-Aktion der Post" reagieren wollen. Denn die nächste FTZ-Gremiumssitzung, bei der wohl zum erstenmal das Erhöhungsmodell offiziell auf den Tisch gelegt werden wird, soll dem Vernehmen nach im März stattfinden.

Die Einwände der Count-Gruppe sollen dann gleichwohl in Form einer Eingabe formuliert sein. Neben dem anvisierten Zahlenwerk dürfte sie einige Verständnisfragen enthalten.

Während der konstituierenden Sitzung konnten sich die Anwesenden nämlich keinen Reim auf das tatsächliche Warum der Erhöhungen machen. Auf spezielles Unverständnis stieß die Tatsache, daß auch Datex-L, entgegen anderslautenden Versprechungen und angekündigten Investitionen, wesentlich verteuert werden soll. Als "vordergründig klar" im Hinblick auf Bildschirmtext könne allenfalls die Steigerung bei Datex-P angesehen werden.

Zusarnmenfassend skizzierte Dieter Steuer die Situation, wie sie nach Verabschiedung des einstweiligen Gebührenmodells eintreten könnte, mit "Deadlock", also einem totalen Stillstand oder Patt. Einerseits treibe man die Kunden zurück ins HfD-Netz, verfüge dort aber über keine Vermaschung. Außerdem fände auch die Industrie für die geplanten Multifunktionsterminals keine Netze, also würde sie keine Geräte anbieten; erfahrungsgemäß habe der Herstellermarkt drei Jahre Nachlauf. Aus all diesen Gründen müßte man sich in den nächsten zwei bis drei Jahren mit dem Status quo abfinden, wenn keine Gegenstrategie entwickelt werde.

Ein anderes Ziel des AK ist es, wieder mehr "Tagesgeschäft" an die beschlußfassenden Ausschüsse heranzutragen; sie seien zu stark mit praxisfernen Herstellervertretern besetzt.

Weiter konnten einige Anwesende im Laufe iher Erfahrungen im Umgang mit den unteren Postbehörden feststellen, daß diese oft von den "blauäugigen Versprechungen" ihrer Oberen keine ahnung hatten. Offenbar sei die Bezahlung der Postbeamten "nicht mehr angepaßt", so daß zuviel gewechselt werde.

Auf einen kurzen Nenner gebracht hörte sich daß so an: "Wer zum Bundespostministerium geht, bekommt aggressive Partner auf der unteren Ebene."

Die nächste AK-Sitzung findet am 3. Mai in Wermelskirchen/Köln bei Data Progress Service, DPS, statt.