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17.08.2001 - 

Gerüchte um erweiterte SAP-Partnerschaft auf Kosten Oracles

Covisint macht gute Geschäfte

MÜNCHEN (CW) - Kevin English drückt als neuer Chef von Covisint dem Autohersteller-Marktplatz bereits seinen Stempel auf. Gute Umsätze und neue Technologiepartnerschaften begleiten seinen Einstieg.

Die Geschäfte laufen gut bei Covisint: Im zweiten Quartal dieses Jahres wurden auf dem Automarktplatz Waren und Services im Wert von 35 Milliarden Dollar gehandelt. Das sagte der Chief Operating Officer Kevin Klein gegenüber dem Nachrichtendienst "Dow Jones". Analysten hatten 45 Milliarden Dollar für Ende 2002 prognostiziert. Ob das Ziel erreicht wird, ließ English offen: "Wir sehen eine kontinuierliche Steigerung" in Bezug auf die Umsätze des zweiten Quartals. Noch vor 2003 will English einen positiven Cashflow erzielen. Wann die Gewinnzone erreicht werden soll, bleibt aber offen.

English kam erst am 1. Mai dieses Jahres zum Unternehmen. Davor hatte Covisint fast ein Jahr lang einen Chef gesucht. Noch im ersten Quartal hat der Marktplatz nur Waren und Services für rund eine Milliarde Dollar umgesetzt.

Den Einstieg von English prägen unter anderem neue Technologiepartnerschaften. So arbeitet der Marktplatz nun mit E-Steel, einem Hersteller von Lösungen für die Beschaffung direkter Güter, und dem Middleware-Anbieter Webmethods zusammen. Das Beratungsunternehmen AMR Research hat außerdem Hinweise darauf, dass Oracles Anteil zugunsten des deutschen ERP-Anbieters SAP zurückgefahren werden soll.

Für ein Engagement von SAP sprechen verschiedene Gründe. Zum einen besteht eine enge strategische Kooperation zwischen SAP und Commerce One, das neben Oracle und den Automobilherstellern General Motors, Ford, Daimler-Chrysler, Renault und Nissan zu den Gründungsfirmen gehört. Außerdem liefern SAP und Commerce One die Technik für Supply On, einen bedeutenden Zulieferermarktplatz in Europa, der als Partner für Covisint infrage kommt. Nicht zuletzt zählen andere Automobilhersteller zu den Marktplatzkunden von SAP, darunter Volkswagen, BMW und PSA Citroen.

Oracle bringt zurzeit Basistechnologie in Covisint ein, zum Beispiel die Datenbank und den Applikations-Server. SAP hat in diesen Segmenten keine eigenen Produkte im Portfolio. Die Analysten vermuten daher, dass SAP-Programme vor allem als Ergänzung zur bestehenden Anwendungslandschaft zum Einsatz kommen werden. Ein Covisint-Sprecher dementiert allerdings die Spekulationen um eine technologische Neuausrichtung: Oracle sei einer der primären Technologiepartner, und es gebe keine Pläne, das zu ändern.

Dass Änderungen aber an der Tagesordnung sind, zeigen auch Entwicklungen im Personalbereich. Ohne viel Aufsehen sind einige Positionen im Vertrieb und in der Führungsspitze neu besetzt oder gestrichen worden, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. So ist nun Peter Weiss als Senior Vice President für weltweite Allianzen und die Geschäftsentwicklung verantwortlich. Außerdem wurde Alice Miles zum Senior Vice President für die Zusammenarbeit mit Kunden auf globaler Ebene berufen. Unter English, so die Analysten von AMR Research, sei keine früher getroffene Entscheidung davor sicher, wieder umgeworfen zu werden.