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13.11.1992 - 

US-Robotics stellt neue Faxmodem-Serie mit 14 400 Bits vor

Cowell kritisiert langwierige BZT-Zulassung in Deutschland

MÜNCHEN (CW) - In München präsentierte US-Robotics Inc. (URI), amerikanischer Hersteller von Kommunikationssystemen aus Illinois, eine neue Faxmodem-Serie sowie einen "Shared-Access-Kit" für LANs.

Das Unternehmen stattet die Modems der "Courier-Serie" in Zukunft mit einer Fax-Möglichkeit aus. Im Faxbetrieb sind gemäß CCITT-Empfehlung Gruppe III - V.29 und V.27ter - Übertragungsraten von 9600 Bit/s möglich. Mit Geschwindigkeiten bis 14 400 Bit/s überträgt das Gerät Daten im Modembetrieb, wobei je nach Produkt das firmeneigene HST-Protokoll, das V.32bis-Protokoll oder beide Spezifikationen zur Verfügung stehen. URI-Präsident Casey Cowell hofft, die Geräte bis zur CeBIT 1993 auch mit BZT-Zulassung anbieten zu können. Dann soll auch ein Faxmodem mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 16 800 Bit/s lieferbar sein.

Laut Cowell ist die BZT-Zulassung kein technisches, sondern ein bürokratisches Problem. So dauere es teilweise bis zu einem Jahr, bis ein Produkt die BZT Zulassung bekomme. Als ausländischer Hersteller fühlt sich Cowell gegenüber seinen deutschen Konkurrenten benachteiligt: "Wir sind erst sehr spät über die Umstrukturierungen der DBP zum ZZF und dann zum BZT informiert worden. Ebenso erfahren wir von undokumentierten Änderungen der Vorschriften oder Prüfverfahren oft nur durch Zufall. In keinem anderen EG-Land dauert die Zulassung so lange wie in Deutschland."

Mit der neuen V.Fast-Norm rechnet der Firmenchef nicht vor 1994. Auch dann will Cowell seinen firmeneigenen "ASL" Standard beibehalten, da seiner Meinung nach V.Fast keinen Vorteil für Länder mit schlechtem Telefonnetz bringe: Die Norm enthalte kein Protokoll, das den Datenfluß an die jeweilige Leitungsqualität anpaßt. ISDN ist für den amerikanischen Hersteller momentan noch kein Thema, "wir bauen keine Fahrzeuge, für die es keine Straßen gibt".

Vorerst keine

ISDN-Produkte von URI

Sein Unternehmen werde erst dann ISDN Produkte entwickeln, wenn dafür ein Markt existiere. Einen lohnenden Markt für digitale Geräte sieht der Vorsitzende erst in zehn Jahren. Angst vor einem eventuellen Technologierückstand auf dem digitalen Gebiet hat er nicht, "wir wandeln bereits heute in den Analoggeräten die Signale sofort digital um und verarbeiten sie so weiter".

Cowell blickt deshalb optimistisch in die Zukunft und rechnet für sein Unternehmen mit Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent. Für den Kommunikationsmarkt prognostiziert er, trotz aller derzeitigen Probleme im Computerbereich, Wachstumsraten von 60 bis 65 Prozent. Zudem will die Firma, deren Hauptgeschäft bisher im Modem-Bereich liegt, ihre Aktivitäten stärker auf das Segment der Netzwerke ausdehnen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Vorstellung des "Shared-Access-Kits" zu sehen, der nach Aussagen von Cowell die gemeinsame Nutzung eines einzigen Modems im LAN ermögliche. So sei ein kostengünstiger Übergang vom LAN in WANs realisierbar. Der Kit unterstützt URI zufolge alle gängigen Netzwerk -Betriebssysteme und die meisten Terminal Emulationen. Zur CeBIT 1993 will das Unternehmen sein Angebot mit einem "Communication Server386" abrunden.

Ergänzend bietet das Unternehmen für WANs, deren Verbindungen mit Hilfe von Modems aufgebaut werden, ein "Total-Control-Modem- Management-System" an, das bis zu 1024 Modems verwaltet. Das System übernimmt dabei Aufgaben wie Überwachung, Konfiguration und Verwaltung des Netzes und reagiert automatisch auf Fehler und technische Probleme. Unter dem Namen "Blast" fertigt die Company ferner Kommunikationssoftware für Hochgeschwindigkeitsübertragungen, Terminal-Emulationen sowie Automatisierungs- und Fernwartungsaufgaben. Das Softwarepaket kann um Remote-Control- und Host-Funktionen erweitert werden. Die Programme gibt es für DOS- und Unix-Rechner, MACs sowie Mainframes.