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13.04.1990 - 

Am Low-end gegen Convex und Alliant, am Top-end bald ein Tflops

Cray bringt luftgekühlte Y-MP für Supercomputing-Einsteiger

13.04.1990

MÜNCHEN (CW) - Innerhalb der nächsten drei Monate will die kalifornische Cray Research Inc. den luftgekühlten Einprozessor-Y-MP-Supercomputer herausbringen. Cray-Chairman John Rollwagen sagte in Tokio, sein Unternehmen plane außerdem einen Massiv-Parallel-Rechner mit einer Leistung von einer Billion Fließkomma-Operationen in der Sekunde (Tflops).

Bei der luftgekühlten Y-MP handelt es sich um einen Low-end-Supercomputer, der preisgünstiger als die flüssigkeitsgekühlte Y-MP, für die man rund drei Millionen Dollar zahlen muß, sein soll. Die 500 Mflops-Maschine ist in erster Linie gegen die Serversysteme von Convex und Alliant positioniert. Zum Preis eines Minisupers will Cray besonders Anwendern im wissenschaftlich-technischen Bereich echte Supercomputer-Leistung bieten.

Die herkömmliche "große" Y-MP kann im Gegensatz zum neuen Modell auf acht Prozessoren erweitert werden. In dieser Konfiguration ist sie nach dem " Perfect-Benchmark-Test" der schnellste Supercomputer, den es zur Zeit gibt: 3500mal schneller als eine Vax 11/780. Dieses System soll von dem geplanten Tflops-Rechner noch übertroffen werden. Während heutige Supercomputer gerade noch die Strömungen an einem Flugzeugflügel in Echtzeit simulieren können, soll die zukünftige Maschine das Verhalten eines ganzen Flugzeugs in Echtzeit simulieren.

Cray ist zur Zeit dabei, ein Firmenkonsortium zusammenzustellen, das Komponenten, Systeme und Software für den Rechner entwickelt. Mitte der 90er Jahre soll er auf den Markt kommen.

Nach oben gibt es keine Grenzen

Workstation- und Minicomputer-Hersteller preisen bei ihren Geräten "Supercomputerleistung" an. Was heute noch Super- oder Minisuperleistung ist, können in fünf Jahren schon PCs. Darüber sollte man aber nicht vergessen, daß auch die Leistung der echten Superrechner ständig steigt.

Wer aber den PC oder die Workstation zum Quasi-Supercomputer erklärt, tut den echten Zahlenfressern unrecht. Werbe- und Marketing-Strategen werfen MIPS und Flops in einen Topf, erstellen Tabellen und jonglieren mit Zahlen. Folge: Der Anwender wird verunsichert und sieht vor Marktschreierei den Unterschied der Leistungsklassen nicht mehr.

Auch wenn die Welt der Workstations und PCs verschmilzt, die Minicomputer und Abteilungsrechner wiederum von den Top-end-Workstation-Systemem vereinnahmt werden - die Supercomputer mit Rechenleistungen, die alle anderen Rechnertypen übertreffen, wird es immer geben. Sie werden immer eine höhere Leistung haben und sie werden auch immer ihre Anwendungen finden. zek