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18.05.2001 - 

Nach wenigen Monaten kommt das Aus

Credit Suisse schließt Broker-Site

MÜNCHEN (CW) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse zieht ihr paneuropäisches Online-Brokerage-Angebot zurück. Der Finanzdienstleister begründet den Schritt mit sinkender Nachfrage und steigender Konkurrenz in diesem Markt.

Die zweitgrößte Schweizer Bank hatte den europaweiten Online-Aktienhandel im November letzten Jahres zunächst unter der Adresse www.credit-suisse.net gestartet. Mit der Website sollten vor allem wohlhabende Marktteilnehmer angesprochen werden. Noch vor dem Beginn der breiten Kundenwerbung macht die paneuropäische Plattform wieder zu. Am 30. Juni geht www.creditsuissedirect.com, wie die Site mittlerweile heißt, vom Netz.

Obwohl das Brokerage-Portal seit dem Start voll aktiv ist, warb die Bank bislang kaum um Kunden. Der deutsche Markt wurde nur mit einem einzigen Mailing bearbeitet. Ruth Stadelmann, Pressesprecherin der Credit Suisse, beziffert die aktuelle Anzahl der Nutzer auf "einige hundert". Laut Stadelmann sollte die eigentliche Marktbearbeitung in den nächsten Wochen starten. Durch das Portal wollte die Bank ihr Multichannel-Angebot ergänzen und vor allem Neukunden gewinnen.

Mit der Schließung reagiert das Finanzinstitut nach eigener Aussage auf die aktuelle Marktentwicklung. Die Nachfrage nach reinen Online-Brokerage-Angeboten sei infolge der schwachen Wertpapiermärkte allgemein stark zurückgegangen, so Stadelmann. Zudem ist die Zahl der Anbieter in den letzten Jahren gestiegen. Allgemein bleiben Neukundenzuwachs und Zahl der abgewickelten Transaktionen bei Online-Brokern hinter den Erwartungen zurück (siehe CW 17/01, S. 52).

Künftig will das Geldinstitut sein Multichannel-Angebot auf nationaler Ebene realisieren. In Großbritannien verfügt die Credit Suisse Group mit DLJ Direct bereits über einen Online-Broker. In Spanien steht die Akquisition des Brokers und Vermögensverwalters General Valores y Cambios (G.V.C.) ins Haus. Exakte Pläne für den deutschen Markt liegen laut Stadelmann noch nicht vor. Sicher sei nur, dass spätestens im vierten Quartal auch für deutsche Kunden ein Angebot mit Call-Center und Online-Plattform bereitstehe. Ob Credit Suisse dazu einen Partner ins Boot holt oder allein tätig wird, ist noch offen.

Vom Ende des europäischen Brokerage-Angebots sind intern rund 100 Arbeitsplätze in Luxemburg betroffen. Hier wird laut Credit Suisse zusammen mit den Arbeitnehmervertretungen eine einvernehmliche Lösung gesucht. Die Großbank rechnet für die "Restrukturierung", wie die Aktion in einer Pressemeldung genannt wird, mit einmaligen Kosten von 57 Millionen Schweizer Franken im ersten Quartal.