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10.08.1979 - 

Materialwirtschaft bei Feodor Burgmann, Wolfratshausen:

Criterion dichtet gegen Zeitverluste ab

Bei Feodor Burgmann in Wolfratshausen werden Gleitringdichtungen, Stopfbuchspackungen und Kompensatoren hergestellt, die in vielen Industriebereichen für die notwendige Betriebssicherheit sorgen. Gleitringdichtungen von Burgmann sind unter anderem auch in mehr als 100 Kernkraftwerkanlagen eingebaut. Die gesamte Verarbeitung läuft derzeit auf einen Criterion 8550; im Laufe des nächsten Jahres auf eine 8555 umgestellt werden.

Die ursprünglich mit 128 KB ausgestattete Maschine wurde inzwischen bereits auf 256 KB erweitert. Als externe Speicher dienen vier Großplatteneinheiten mit je 200 MB. Die Plattenspeicherkapazität der Anlage soll im Laufe des nächsten Jahres auf 1,6 Milliarden Bytes erhöht werden. Angeschlossen sind derzeit ein Lochkartenleser, ein Schnelldrucker - 72 000 Zeilen pro Stunde -, 20 Bildschirmterminals, sechs Matrixdrucker als Online- und Hardcopy-Drucker, eine Bedienerkonsole, ein Thermoprinter und für den Aufbau einer Online-Betriebsdatenerfaßung in der Fertigung OCR-B-Handleser. Außerdem läuft die Gleitzeiterfassung in den Produktionsstätten online über Terminals mit Ausweisleser.

"Das Forschen in alten Auftragskarteien, die Suche nach einmal gewährten Kundenkonditionen oder die gelegentlich angebrachte Rückversicherung über Zahlungsgepflogenheiten - ehedem oft sehr zeitintensive Arbeitsvorgänge - bereitet unseren Sachbearbeitern keine Sorge mehr, denn durch den Einsatz des Bildschirmes in der Auftragsbearbeitung und den direkten Zugriff auf die kunden- und artikelbezogenen Daten stehen - im Gegensatz zu früher - alle Informationen sofort zur Verfügung", so umreißt EDV-Organisator Walter Hasenclever einige Vorteile des Systems.

Auftragsbezogene Organisation

Die EDV-Organisation im Hause Burgmann ist völlig auftragsbezogen. Eingehende Aufträge werden per Bildschirm erfaßt, auf die Auftragsdatei ausgegeben und auf Vorhandensein der Stückliste geprüft. Falls keine Stückliste dafür aufgebaut ist, geht der Auftrag in die Konstruktion und Kalkulation, wobei zu erwähnen wäre, daß derzeit etwa 150000 Stücklisten existieren, von denen jede im Durchschnitt 15 Positionen umfaßt. Das sind etwa 2,25 Millionen Einzelsätze, für die etwa 90 MB-Speicherkapazität benötigt werden. Für Artikel mit bestehender Stückliste wird eine detaillierte Montageanweisung erstellt. Dabei werden Buchungssätze für "Immac" und Fertigungsaufträge für die Produktion ausgegeben. Immac ist das NCR-Programmpaket für die Materialbewirtschaftung. Seine Hauptzielrichtung ist die termingerechte Bereitstellung der richtigen Mengen an Baugruppen, Einzelteilen und Rohmaterialien für einen Produktionsplan oder einzelne Aufträge von Fertig-Erzeugnissen. Es schafft die Voraussetzungen durch einen Stücklistenprozessor für die Verwaltung der Produktinformation und eine aktuelle Lagerdisposition, die mit einem ausführlichen Berichtswesen gekoppelt werden kann. An seinen wichtigsten Schnittstellen stellt Immac die Fertigungsvorschläge für das angeschlossene Terminierungssystem und die bewerteten Materialentnahmen für die Kostenrechnung zur Verfügung.

Aus der Fertigungsteile-Datei und Stammdatei "Fertigungspläne", in der zur Zeit zirka 20 000 Pläne gespeichert sind, werden die Arbeitspapiere mit Lauf- und Arbeitskarten erstellt. Diese Papiere enthalten Angaben wie: Arbeitsgänge, Vorgabezeiten, Rüstzeiten, Drehzahlen, Vorschübe, Kostenstelle, Maschinengruppe, Artikel- und Auftragsnummern. Die Angaben sind in OCR-B-Schrift gedruckt, so daß sie nach Fertigstellung des Teiles mit einer Lesepistole online erfaßt werden können und somit für die Terminverfolgung, Nachkalkulation und Prämienabrechnung zur Verfügung stehen.

Diese moderne Verarbeitung gibt der Terminüberwachung ständig die Möglichkeit, den Auftrag in der Fertigung zu verfolgen, Stillstandszeiten abzufangen und somit das Produkt schnellstens zur Auslieferung zu bringen.

Die daraus resultierende Rechnungsschreibung liefert Daten für die Provisionsabrechnung, Umsatzstatistiken und die Finanzbuchhaltung.

Durch die Online-Gleitzeiterfassung in der Fertigung werden sämtliche An- und Abwesenheitszeiten gespeichert. Diese Zeiten werden ergänzt durch die vorher erwähnte Betriebsdatenerfassung - Prämienzeiten. Diese Daten bilden die Gundlage für die Bruttolohnberechnung, die in das Lohn- und Gehaltssystem fließen ("Molug").

Aus den oben erwähnten Abläufen fließen Daten in Dateien für Auskunfts-systeme wie etwa Aufzeigen von Aufträgen seit 1970, Angebots- und Lieferantenübersichten, Kundenkonditionen, AV- und Kalkulationsauswertungen.