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29.07.1994

CSC Index sieht Maengel in der Umsetzung Business Re-Engineering: Der versprochene Erfolg bleibt aus

FRAMINGHAM (IDG) - In Europa und den USA rollt die Business-Re- Engineering-Welle - allerdings mit nur maessigen Ergebnissen. Firmen gehen zu unkoordiniert und inkonsequent vor. Die groessten Erfolge erzielen Unternehmen, die sich klare Ziele setzen, ein funktionierendes Projekt-Management installieren und ueber Topmanager verfuegen, die den Umgestaltungsprozess voll unterstuetzen.

Die ersten Re-Engineering- Bilanzen sind alles andere als ermutigend. Hatte bereits das Beratungsunternehmen Arthur D. Little eine ungewoehnlich geringe Erfolgsquote ausgemacht (vgl. CW Nr. 24 vom 17. Juni 1994, Seite 1), so faellt die Untersuchung der CSC Index Inc., Cambridge, Massachusetts, nicht viel guenstiger aus.

Mehr als 600 Companies in den Vereinigten Staaten und Europa mit einem Umsatzvolumen von durchschnittlich einer halben Milliarde Dollar standen den Beratern Rede und Antwort. Die meisten dieser Firmen sagen aus, ihr Re-Engineering-Projekt habe keine dramatischen Auswirkungen auf den Geschaeftserfolg gehabt. Andererseits sei auch kein groesserer Schaden entstanden.

Zwei Drittel der ingesamt 497 US-Unternehmen und sogar drei Viertel der 124 europaeischen Gesellschaften sind laut CSC dabei, einen oder mehrere Prozesse neu zu organisieren. Bei vielen sind drei oder mehr Initiativen im Gange. Die Firmen erhoffen sich reduzierte Kosten und verkuerzte Produktzyklen. In einigen Faellen geht es darum, die Produktivitaet zu steigern, in anderen soll die Kundenzufriedenheit erhoeht werden.

Die Zwischenbilanz der befragten Firmen ist insgesamt eher enttaeuschend, in der Regel bleiben die von Unternehmensberatern prophezeiten Quantenspruenge aus. Nur 17 Prozent berichten von sehr guten Ergebnissen, weitere 16 Prozent sind immerhin zufrieden, ihr Erfolg sei ueberdurchschnittlich. Mehr als 40 Prozent konstatieren dagegen nur minimale Erfolge. Was mit den restlichen 27 Prozent geschieht, geht aus den Beitrag der CW-Schwester "Computerworld" nicht hervor.

Dort, wo von sehr guten Resultaten die Rede ist, arbeitet die DV- Mannschaft in der Regel effektiv in crossfunktional zusammengesetzten Teams mit. Die Mitarbeiter dieser Unternehmen stehen laut CSC in einem engen Vertrauensverhaeltnis zu ihrem Management, entscheiden selbstaendig, geben Informationen weiter, werden nach Leistung bezahlt und nehmen Risiken auf sich.

Fuer die Fehlentwicklung in vielen Firmen hat CSC-Index-President David Robinson folgende Erklaerung: "In den Companies laufen zu viele verschiedene Initiativen, die nicht in einen zusammenhaengenden strategischen Kontext passen. Mitarbeiter verlieren die uebergeordneten Ziele aus den Augen, die aber verfolgt werden muessen, wenn Geschaeftsprozesse oder ganze Unternehmenseinheiten von Grund auf veraendert werden sollen."

Fuer das Re-Engineering muessten die Unternehmen viel Zeit, Ressourcen und Energie aufbringen - ein unkoordiniertes Vorgehen wirke sich fatal aus. Der "reengineerte Arbeitsplatz" ist laut Studie vieldimensional; er erfordert Mitarbeiter mit einem breiten Spektrum an Faehigkeiten. Teamarbeit und der Wille, sich neue Skills anzueignen, seien von ausserordentlicher Bedeutung.

IDC: Interesse an

Re-Engineering gering

In voelligem Gegensatz zur CSC-Untersuchung steht eine Analyse der Marktforscher von IDC. Darin heisst es, das Business-Re- Engineering-Interesse in den USA sei nur

gering. Die Studie bezieht sich auf 751 Firmen, deren Um-satz die 500-Millionen-Dollar-Grenze nicht uebersteigt. Nur 16,2 Prozent dieser Companies zeigen laut IDC Interesse an der Neugestaltung ihrer Geschaeftsprozesse. In Japan liege diese Zahl sogar bei unter sieben Prozent.