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18.05.2001 - 

Outsourcing-Geschäft soll ausgebaut werden

CSC Ploenzke verzeichnet Gewinnrückgang

FRANKFURT/M. (wh) - CSC Ploenzke verbucht für das abgelaufene Geschäftsjahr weniger Gewinn und ein Umsatzwachstum, das hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der neue Vorstandschef Peter Strabel will das Unternehmen stärker auf Großkunden ausrichten und das schwache Outsourcing-Geschäft ankurbeln.

"Das Finanzjahr war nicht ganz einfach", gestand Heiner Diefenbach. In der zum 31. März abgelaufenen Rechnungsperiode ist der Gewinn der CSC Ploenzke AG um 15 Prozent auf 110 Millionen Dollar gesunken, berichtete der scheidende Finanzvorstand. Zwar stieg der Umsatz um knapp zehn Prozent auf 1,375 Milliarden Mark; der ehemalige Vorstandschef Christian Stolorz hatte die Messlatte vor einem Jahr aber auf 15 Prozent gelegt. Im Vergleich zur US-Mutter CSC Corp. schnitt das Beratungshaus noch gut ab. Der Nettogewinn des Konzerns brach um 42 Prozent ein (siehe Kasten "CSC Corp.: Die Zahlen").

Stagnation verzeichnete CSC Ploenzke im Geschäftsfeld Industrie und Handel. Dessen Anteil am Umsatz habe sich von 34 auf 32 Prozent verringert. "Im Zuge der Umstellungen zum Jahr 2000 und der Euro-Einführung haben viele Kunden Investitionen wie eine R/3-Implementierung vorgezogen", erklärte Strabel die Entwicklung. Darunter hätten insbesondere die Geschäfte im ersten Quartal des abgelaufenen Finanzjahrs gelitten. Weitere Ursachen für den Gewinnrückgang sieht der Manager in erhöhten Investitionen in die Mitarbeiterausbildung und steigenden Ausgaben für die Personalrekrutierung. Darüber hinaus seien einmalige Kosten in Zusammenhang mit der Integration von Servodata in die CSC Austria angefallen.

Positiv entwickelt hat sich das Geschäft mit Kunden im Sektor Finanzdienstleistungen. Hier verbucht das Unternehmen einen Zuwachs um 48 Prozent. Das Geschäftsfeld E-Business, das nun etwa zehn Prozent zum Gesamtumsatz beitrage, habe überdurchschnittlich zugelegt. "Die Startups fallen als Kundengruppe aus", konzedierte Strabel. Andererseits aber investierten Großunternehmen zunehmend in E-Business-Projekte. In einzelnen Segmenten wie Customer-Relationship-Management (CRM) habe man die Einnahmen verdoppelt.

Das Sorgenkind der Kiedricher Management-Riege war auch im vergangenen Jahr das Outsourcing-Geschäft. Wie erwartet verharrte dessen Umsatzanteil bei 20 Prozent, was allerdings einer absoluten Steigerung entspreche, wie Strabel betonte. CSC Ploenzke sei spät in diesen Markt eingestiegen und habe "als Mittelständler damals kaum eine Chance" gegen die etablierten Anbieter gehabt. Der seit 1. April amtierende Vorstandschef räumte aber auch interne Probleme ein (siehe CW 16/01, Seite 1): Vor einem Jahr sei es im Unternehmen zu einem "Richtungsstreit" gekommen. Während sich ein Teil der Führungsriege stärker auf Outsourcing und Großprojekte konzentrieren wollte, verfolgten andere Mitglieder des Gremiums neue Themen wie E-Business-Projekte. Heute ist für Strabel klar, wer die Situation realistischer eingeschätzt hat: "Das E-Business-Geschäft ist eingebrochen, die Einnahmen aus Outsourcing-Verträgen sind hingegen stabil geblieben." Damit scheint die Auseinandersetzung um die strategische Ausrichtung beendet.

Hoffnungsträger OutsourcingMit der Berufung des ehemaligen Debis-Managers Uwe Kamann ist das Geschäftsfeld Outsourcing nun erstmals im Vorstand vertreten. Der 42-Jährige verkündete ehrgeizige Wachstumsziele: "Der Anteil des Outsourcing-Geschäfts soll bis zum Jahr 2005 bei 40 Prozent liegen." Dies entspräche exakt dem Umsatzanteil, den der Mutterkonzern CSC mit der Auslagerung von IT-Funktionen erwirtschaftet. Die deutsche Tochter war wegen des schwachen Abschneidens in diesem Segment in die Kritik des US-Managements geraten.

Kamann will sein Ziel nicht mit klassischen Outsourcing-Projekten erreichen; für ihn liegt der Schlüssel für profitables Wachstum im Collaborative Sourcing, also in der Einbeziehung von Zulieferern und anderen externen Partnern. Im Mittelpunkt ständen nicht Kosteneinsparungen, sondern die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Kunden.

Im Zuge dieser Bemühungen wollen Kamann und Strabel auch die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern verbessern, die in der Vergangenheit nicht immer reibungslos verlief. Um das Unternehmen effizienter auf Großkunden auszurichten, sollen künftig für alle wichtigen Abnehmer Account-Teams gebildet werden. Diesen Ansatz hat CSC Ploenzke bislang nicht durchgängig verfolgt. Daneben will Strabel Organisationseinheiten bündeln und "Business Areas" für Schlüsselbereiche wie E-Business einrichten. In der Vergangenheit habe man "die Zellteilung zu weit getrieben", so der Manager. Diese Fehlentwicklung werde korrigiert.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Strabel mit einem Umsatzwachstum von 13 Prozent. Dies entspreche dem prognostizierten Branchendurchschnitt, der ihm etwas zu hoch erscheine.

Wachstumshemmend für CSC Ploenzke wirke sich die immer noch angespannte Situation auf dem Personalmarkt aus, so Strabel weiter. Man werde deshalb vermehrt in die eigene Ausbildung der Mitarbeiter investieren. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen die durchschnittliche Beschäftigtenzahl um mehr als 17 Prozent auf 4783 gesteigert.

Mit dem Ausscheiden von Finanzchef Heiner Diefenbach zum 31. Mai dürfte das Stühlerücken in der Führungsetage vorerst beendet sein. Diefenbach wechselt zur Goldzack-Tochter Gontard & Metallbank AG, Frankfurt am Main. Deren zukünftiger Vorstandschef heißt Christian Stolorz.

CSC Corp.: Die ZahlenComputer Sciences Corp. (CSC), Mutterkonzern von CSC Ploenzke, steigerte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12,3 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach um 42,1 Prozent auf 233,2 Millionen ein. Für das vierte Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 37,4 Millionen Dollar oder 22 Cent pro Aktie. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen wie die Entlassung von 700 bis 900 Mitarbeitern, die CSC bereits im März angekündigt hatte. Auch die Übernahme der Mynd Corp. im vergangenen Jahr habe sich mit 11,2 Millionen Dollar im Ergebnis niedergeschlagen. Ohne Berücksichtigung der einmaligen Aufwendungen habe man einen Quartalsgewinn von 61,3 Millionen oder 36 Cent pro Aktie erwirtschaftet.