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05.04.2005

CSC spaltet den deutschen Ableger

Die Ploenzke-Mutter will in Deutschland das Outsourcing- vom Beratungsgeschäft trennen. Geschäftsführer Peter Strabel verliert seinen Posten.

Zehn Jahre nach der Übernahme der Ploenzke AG zieht CSC einen Schlussstrich unter die fruchtlosen Integrationsversuche. Künftig wird es in Deutschland neben der CSC Ploenzke AG eine CSC Deutschland GmbH geben. Letztere übernimmt das gesamte Outsourcing-Geschäft in Deutschland samt der dafür erforderlichen Delivery- (Leistungserbringungs-), Beratungs-, Verkaufs- und Systemintegrations-Kapazitäten. CSC Deutschland soll sich nahtlos in die internationale Organisationsstruktur des Auslagerungsspezialisten einfügen. Die CSC Ploenzke AG dagegen konzentriert sich künftig auf Projektservices. Dieses Geschäft verfolgt CSC nur in Deutschland und wenigen anderen Ländern. Für globale Outsourcing- und Transformations-Deals mit kontinuierlichem Einnahmenstrom, wie sie CSC als Kerngeschäft erachtet, sind diese Dienste unerheblich.

Die neue Struktur in Deutschland, die neben diesen beiden operativen Bereichen eine dritte Säule für interne Back-Office-Funktionen (Shared Service Center) vorsieht, muss noch vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Das oberste Kontrollgremium wird am 27. April zusammenkommen und dann auch über Personalfragen beraten und entscheiden. Geklärt ist bereits, dass für Peter Strabel, bislang Vorstandsvorsitzender der hiesigen Niederlassung und Chef der CSC-Region Central Europe, in der neuen Organisation kein Platz mehr ist. Er wird künftig globale Outsourcing-Kunden mit Sitz in Europa betreuen. Dies sind zurzeit Bombardier und Zurich Financial Services (ZFS). Strabel verwaltet diese beiden Key Accounts und trägt keine operative Verantwortung mehr.

Die neuen starken Männer in Deutschland werden Martin Baumann und Paul Crouch sein. Baumann übernimmt die Geschäftsführung von CSC Deutschland, verantwortet also hierzulande das Outsourcing-Geschäft. Sein direkter Vorgesetzter wird Paul Crouch, der als Chief Operating Officer (COO) die Fäden in Deutschland und in der zentraleuropäischen Region in der Hand halten soll. Der künftige Chef der CSC Ploenzke AG ist bislang nur intern bekannt.

Mit den neuen Gesichtern und Strukturen versucht CSC einen Neustart in Deutschland. Der ist erforderlich, weil weder das Projekt- noch das Outsourcing-Geschäft in der Vergangenheit den Ansprüchen des internationalen Ma- nagements genügten. Mit Consulting- und Systemintegration soll CSC Ploenzke unternehmensnahen Quellen zufolge rote Zahlen schreiben.

COO Crouch wollte keine Geschäftszahlen nennen, sagte im Gespräch mit der computerwoche lediglich: "Natürlich strebt ein Unternehmen immer danach, die finanziellen Daten zu verbessern."

Im Outsourcing-Geschäft gelang CSC hierzulande kein großer Wurf. CSC Ploenzke generiert in Deutschland bislang fast nur dort größere Einnahmen, wo internationale Kunden des CSC-Konzerns lokal bedient werden mussten.

Angesichts dieser unbefriedigenden Situation hat das Europa-Management unter Leitung von Europa-Chef Guy Hains im vergangenen Jahr das interne "90-Tage-Programm" initiiert. Im Rahmen dieser internen Analyse wurde offenkundig, dass CSC in Deutschland innerhalb einer Organisation zwei Geschäftsmodelle betrieb, die sich weder ergänzten noch befruchteten. Auf der einen Seite gibt es bis jetzt das kleinteilige Projektgeschäft der Ploenzke-Welt, aus dem nie große Outsourcing- Deals nach CSC-Fasson hervorgegangen sind. Auf der anderen Seite gibt es das originäre CSC-Geschäft mit globalen und großen Outsourcing-Deals. Diese Vorhaben sind langfristig angelegt und sorgen für einen nachhaltigen Umsatzstrom.

Das Ploenzke-Image dominiert

Als größtes Problem erkannte das Europa-Management im Rahmen des 90-Tage-Programms schließlich, dass das derart gemischte Organisationsmodell dem eigentlichen CSC-Geschäft in Deutschland schadet, weil im Verkauf und Marktauftritt nach wie vor das Ploenzke-Image dominiert. Mit der neuen Organisation will man vor allem das Auslagerungsgeschäft stärken. "In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt des Managed-Services-Geschäftsbereichs auf Delivery-Funktionen. Es gab keine eigenständige Verkaufsorganisation, die sich ausschließlich auf das strategische Outsourcing-Geschäft konzentrierte. Diese Aufgabe war Teil des integrierten Verkaufsteams von CSC Ploenzke", erläutert der künftige Outsourcing-Chef Baumann. "Wir werden nun eine Business-Development-Organisation aufbauen und dazu interne und externe Experten verpflichten, die große Auslagerungs- und Systemintegrations-Deals anbahnen müssen."