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18.08.1989 - 

Nachdem Gründerfamilie Juniorchef aus der Schußlinie nahm:

Cunningham als Wang-Retter im Gespräch

MÜNCHEN/LOWELL (ujf) - Frederick Wang, der unter heftigen Beschuß geratene 38jährige Juniorchef der Wang Laboratories Inc., hat seinen Posten aufgegeben. Kommissarisch übertrug der Familienclan Harry Chou die Geschäftsleitung.

Retter in der Not?

Eine dramatische Wende in der Unternehmensphilosophie ist bei dem in Geldnöte geratenen Minicomputerhersteller Wang in Gang gekommen. Erstmals verzichtet die Gründerfamilie die bis dato rund 80 Prozent der Stimmrechte hält, auf den Posten des Topmanagers. Offenbar auf Drängen seines Vaters, des Firmengründers Dr. An Wang, legte Fred Wang seine Ämter als President und Chief Operating Officer nieder, die er nach dem Ausscheiden von John Cunningham vor vier Jahren beziehungsweise nach einem Interregnum durch den Papa übernommen hatte. In den vergangenen Wochen hatte An Wang selbst durchblicken lassen, daß er mit der Entscheidung, den völlig unerfahrenen Filius auf den Thron zu hieven, wohl einen Fehler gemacht hatte. Sein Sohn erfülle die Anforderungen zu 75 Prozent, sagte Wang.

Der Seniorchef, der als Chairman die Zügel in der Hand hält, ist seit Anfang vergangener Woche zumindest halbtags wieder auf dem Posten, nachdem er eine Krebsoperation an der Speiseröhre überstanden hatte. Weil es ausgeschlossen war, daß der "Doktor" selbst wieder das Tagesgeschäft in die Hand nimmt, gleichzeitig aber Fred Wang von anderen Management-Mitgliedern (wie dem Briten Ian Diery - ) nicht länger akzeptiert wird, muß nun ein Außenstehender gefunden werden. Diese Lösung wird auch von den Banken favorisiert, die um ihre Darlehen bangen und eine Neuverhandlung über Wangs Kreditlimit angesetzt haben.

Analysten werten die Abdankung des Wang-Kronprinzen als Zugeständnis der Familie an die murrenden Geldgeber. Diese Interpretation wird indirekt bestätigt durch die Unternehmens-Verlautbarung, Freds Entscheidung sei im Sinne der Firma jetzt das Beste gewesen. Bis ein Sanierer gefunden ist, den auch die Banken akzeptieren, hat An Wangs Weggefährte Harry Chou (66) das Kommando übernommen.

Die besten Chancen auf den Chefsessel in Lowell hat nach neuesten Meldungen offenbar John Cunningham, der nach seinem Abgang bei Wang vor vier Jahren die marode Computer Consoles Inc. aus den roten Zahlen geholt und dann für einen dreistelligen Millionenbetrag an die britische STC-Gruppe verkauft hatte. Analysten halten Cunningham für die beste Wahl, weil er das Unternehmen aus dem Effeff kennt - und als Turnaround-Fachmann gilt. (Siehe auch Kolumne, S. 9, und Wirtschaft, S. 48)