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22.07.1977 - 

Lufthansa AG, Frankfurt:

CUU sichert die Qualität der Mitarbeiter

FRANKFURT - Weil allenthalben das Geld fehlte, konnte sich der computerunterstützte Unterricht (CUU) nach amerikanischem Beispiel an deutschen Schulen nur bedingt durchsetzen: Für die innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung gewinnt er dagegen immer mehr an Bedeutung. Größter CUU-Anwender der Bundesrepublik ist nach wie vor die Lufthansa AG in Frankfurt, die ihr gesamtes Verkaufs- und Verkehrspersonal computerunterstützt ausbildet.

Bisher hat die Lufthansa etwa 6000 Personen mit Computerhilfe geschult: Reservierungspersonal, Angestellte in den Stadtbüros, die Kunden beraten und Flugtickets ausstellen, das Abfertigungspersonal sowie Mitarbeiter, die den Einsatz der Flugzeuge und die Ladungen kontrollieren. Das Schulungszentrum in Seeheim (bei Darmstadt) ist mit 18 Terminals vom Typ Uniscope 100 ausgestattet. Insgesamt hat die Lufthansa weltweit etwa 1500 Terminals an ihre Univac 494 angeschlossen.

Frontalunterricht mit CUU kombiniert

Die Grundausbildung für das Verkaufs- und Verkehrspersonal dauert drei Wochen. Davon sind etwa 20 Stunden für die computerunterstützte Ausbildung vorgesehen: Der Frontalunterricht wird mit CUU kombiniert das heißt, die Regeln, die innerhalb der Reservierung bestehen und zu beachten sind, werden auf konventionelle Art erklärt. Das Anwenden des so vermittelten Wissens erfolgt computerunterstützt. "Wir gehen nach der Strategie vor, daß wir den Schüler mit praktischen Situationen konfrontieren, auf die er dann reagieren muß", erklärt Horst Küther, Gruppenleiter innerhalb der Abteilung EDV-Systemanalyse/Programmierung für den Verkauf, Verkehr und Flugbetrieb, der auch für die Passagesysteme verantwortlich ist und in dessen Aufgabenbereich der computerunterstützte Unterricht fällt. Wenn der Schüler die gestellte Aufgabe richtig löst, dann erhält er die simulierte Systemantwort als positiven "Lernverstärkungsbescheid". Ist die Antwort falsch, bekommt er eine Fehleranzeige ausgegeben. Beim zweiten Versuch wird zusätzlich ein Beispiel auf dem Bildschirm gezeigt. Wenn die dritte Antwort wieder falsch ist, so liefert das System dem Schüler zwar die richtige Systemausgabe, doch muß der Trainee zu einem späteren Zeitpunkt weitere Übungsaufgaben lösen.

Wiederholungstraining wird zentral kontrolliert

Neben dem Grundkurs gibt es verschiedene weiterführende Lehrgänge. Einmal im Jahr müssen alle Schüler an einem Wiederholungstraining teilnehmen. "Dadurch erkennen wir Wissenslücken und können unsere Mitarbeiter wieder auf den Standard bringen, den wir für sie gesetzt haben" berichtet Küther. "Das Wiederholungstraining wird zentral kontrolliert, jedoch dezentral durchgeführt." Die Lufthansa hatte bereits 1967 ein Siemens-System für die Reservierung sowie die Fluggastabfertigung installiert. Wegen einer Aufgabenausweitung mußte auf ein neues Realtime-System umgeschaltet und die Mitarbeiter sollten auf jeden Fall vorher schon mit der neuen Dialogsprache vertraut gemacht werden. Schon damals bot sich die computerunterstützte Ausbildung als optimale Lösung an. Heute hat die Lufthansa 25 bis 30 CUU-Programme in Betrieb, die alle von Fachlehrern erstellt wurden.

Die Vorteile der computerunterstützten Ausbildung - so Küther - sind offensichtlich: Bei einem Systemwechsel können die Mitarbeiter bereits über das Bildschirmgerät, das an ihrem Arbeitsplatz steht, auf die neue Anwendung geschult werden. Durch ein Wiederholungstraining kann die "Qualität" der Mitarbeiter gesichert werden. Außerdem haben die Schüler, die bereits am Terminal ausgebildet wurden, keine Schwierigkeiten beim praktischen Einsatz. Küther betont, daß gerade das freiwillige Lernen durch den CUU sehr stark gefordert wird. Als Nachteil wertet er, daß die Kombination zwischen "hören und sehen" wegfällt. Und - "der Objektivität halber" - wenn die Programme schlecht sind, wird auch das Lernergebnis negativ sein.