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08.10.1993

CW 41; S.19 Methodenhandbuecher von James Martin & Co Leitfaden fuers Re-Engineering sowie fuer Client-Server-Projekte

MUENCHEN (CW) - Die multinational taetige Consulting Firma James Martin & Co, Muenchen, bringt unter der programmatischen Bezeichnung "Extended Information Engineering & Neue Technologien" neue Methodologien auf den Markt. Diese sollen Ratsuchenden mit Hilfe von Testfaellen und Checklisten zu derzeit brisanten Technologie-Themen aufklaeren: Client-Server-Technologie, Reverse sowie Business Re-Engineering.

Die Basis fuer alle Erweiterungen ist die von James Martin entwickelte (JM) "Information Engineering Methodologie" (IEM), die 1981 unter dem Eindruck der gerade aufkommenden "Strukturierten Programmierung" und von CASE-Tools entstand. Zunaechst rein am Entwicklungszyklus auf Mainframes orientiert, wendet sich das Information Engineering zunehmend unter entsprechendem Marktdruck Client- Server-basierten Systemen zu.

Den zoegerlichen Wandel professioneller Software-Entwickler zu Client-Server-Anwendungen sieht JM in fehlenden Anleitungen begruendet. Diesen Mangel behebe nun die in englisch als Hypertext verfuegbare und 50 000 Mark kostende "James Martin Client Server Methodology". Der Inhalt entspraeche einem Leitfaden zur Verteilung von Prozessen und Programmteilen im Netz, zur Verwendung von Remote Procedure Calls (RPC) sowie zur Erstellung von grafischen Benutzeroberflaechen. Checklisten und Hilfestellungen fuer die Erstellung von Daten- oder Prozessmodellen sollen Planung und Umsetzung entsprechender Projekte sicherstellen.

Speziell, aber nicht nur im Zuge einer Umstellung auf Client- Server-Technologien, taucht die Frage auf, wie der Altbestand an Software in weiterverwertbare Anwendungen umgewandelt werden kann. Reinhard Strobel, Leiter der kuerzlich in Muenchen eroeffneten deutschen Niederlas- sung, schaetzt den Pflege- und Wartungsaufwand der DV-Altlasten auf 80 bis 90 Prozent. Zwoelf Jahre Erfahrung mit der Re- verse-Engineering-Methode von William Ulrich (TSRM) wurden von James Martin & Co in einem Kompendium zusammengefasst. Die darin enthaltenen Testfaelle sollen den Unternehmen die Bestimmung ihres Standortes und eine Ueberpruefung vorhandener Systeme erleichtern. Auch diese Methodologie kostet rund 50000 Mark.

TRSM wurde von der Softlab Inc., USA, in ein Tool umgesetzt und in die Entwicklungs- und Wartungswerkzeuge von "Maestro II" integriert. Darueber hinaus uebernimmt JM als Lizenzgeber das Pruefen und die Zertifizierung von TSRM-Produkten. Hersteller, zum Beispiel von Code-Redevelopment-Tools, muessen, um dieses Praedikat verliehen zu bekommen, sich bei JM bewerben.

Zu den heissesten Themen im Consulting-Geschaeft gehoert derzeit auch das Business Re-Engineering (BRE), also die voellige Neugestaltung von Geschaeftsprozessen. Unter dem Titel "Business Re-Engineering fuer Jedermann" gibt das Unternehmen nun vier Baende zu diesem Thema heraus. Die Literatur erhalten Interessierte zusammen mit einem Drei-Tage-Workshop und einem Zehn-Tage-Berater der Firma zum Preis von 100 000 Mark. Wie Strobel versichert, erlaubt die Methodologie zwar nicht die selbsttaetige Durchfuehrung eines kompletten Restrukturierungsprojektes, sie ermoegliche aber eine bessere Kontrolle der Massnahmen von Unternehmensberatern.

Nachdem das Wissen um eine Methode allein genausowenig erfolgversprechend ist wie der vereinzelte Einsatz von Tools, koennen geplagte Unternehmen nun ihre Berater von JM in die Pflicht nehmen und sich nahezu schluesselfertige Software erstellen lassen. JM koenne nun in diesem Sinne komplettes Outsourcing einer definierten Anwendung bieten, erlaeutert Strobel. Die Gruendung von Software-Factories auf den Philippinen und in Indien seien in diesen Zusammenhang einzuordnen.