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21.04.1978

CW-Galerie:Kunst im CeBIT

Der Palmenabend der Computerwoche zur Hannover Messe 1977 hatte - wie sich die Freunde des Hauses erinnern - durchschlagenden Erfolg. Im wahrsten Sinne des Wortes, brachen doch unter der Last des Andrangs die Bohlen des CeBIT-Trelements durch. Während das Palmenfest von der Tuchfühlung, vom Gedränge zehrte, lebt die Gastgeberrolle der Computerwoche und der CW Publikationen GmbH, die sich in Hannover vorstellt, diesmal mehr von der Distanz: Denn Abstand ist notwendig, um die Galerie mit Werken junger Münchener Künstler beaugapfeln zu können, die während der Hannover Messe 1978 in den Computerwoche-Trelements 1420/1422/1523 auf dem CeBIT-Dach der Halle 1 aufgebaut ist.

Die Computerwoche hat mehrere Bilder der Künstler erworben und wird jedem 78. Besucher eines dieser Werke überreichen. Damit Ihre Teilnahme gesichert ist, sollten sie

sich gleich in das Gästebuch der CW eintragen .

Die Exponate stammen von Joseph Werner (Jahrgang 1945, er kommt aus Grasitz in der Tschechoslowakei), von Josef Hozak (1944 geboren in Nachod, ebenfalls CSSR) und vom Tegernseer Heinz A. Rauner (Jahrgang 1939).

Im übrigen: Unsere Künstler sind weit über die Münchener Szene hinaus bekannt. Und daß sich die "Kunsttips" diverser Publikationen bereits mit den Malern befaßten, mag noch einen (schnöden Mammon-)Hintergrund abgeben: Von Malern, die einmal im Gespräch sind, werden einzelne Werke schnell rare Sammelstücke. Über Josef Hozak notierte der Petra Kunsttip zum Beispiel:

In einem Eisenbahnabteil knutscht herzlich ein Pärchen; da blendet der Taschenlampenschein aus dem Gang durchs Glasfenster des Coupés intime Umarmungsgeschehen. Die Hand zuckt vom Schenkel des Mädchens zurück, das sich die Hand vors Gesicht hält, um unerkannt zu bleiben. Gleichzeitig dreht die sich rasch jede Blöße verdeckende Dame sich dem Manne zu. Ein Bild, eine ganze Geschichte: Josef Hozak, 32, hält das bei allen seinen Arbeiten so. Sie sagen mehr aus als ein Titel verraten kann. Sie enthalten in Phasen erstarrte schnelle Bewegungen, die gleichsam auf Momentaufnahmenqualität eingefroren worden sind. Hozak weiß, wie man Statik auflöst, wie man Spannung ins empfindliche Gleichgewicht der Ölbilderdramaturgie packen kann - und wie man dem Betrachter Empfindungen abtrotzt, die er normalerweise vor einem Bild (einem Kunstgemälde gar) niemals haben würde. Die Phasenbilder des talentierten Tschechen, der sich in München-Schwabing etabliert hat und schon manche Ausstellung mit seinen Arbeiten bereicherte, sind Unikate auch ihrer Aussage nach: selten, daß ein Maler auf die Idee kommt, Banal-Situationen zu bannen, Zwischenmenschlichkeiten der schlichtesten Sorte so faszinierend und im wahrsten Bild-Sinn "vielfältig" auf große Flächen zu fixieren.

Josef Hozak

Geb. 1944 in Nachod (CSSR); 1967 - 1968 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Prag; 1968 - 1970 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Florenz; ein Semester in Rom; 1971 - 1977 München; zahlreiche Ausstellungen.

Joseph Werner

Geb. 1945 in Graslitz (CSSR) ;1965 Abitur in Prag; 1968 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland; 1970 -1975 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München mit Abschlußdiplom, Meisterschüler von Prof. Dahmen; 1976 Studienreise nach New York; zahlreiche Ausstellungen.

Heinz A. Rauner

Geb. 25. 4. 1939 in Tegernsee; 1946 -1958 Grund- und Oberrealschule Tegernsee;

1958 bis 1961 Kunstakademie München; 1962 - 1973 Art Director in verschiedenen Münchener Werbeagenturen; seit 1974 freiberuflicher Maler und Graphiker in München; Ausstellungen in Oberbayern.