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28.09.2006

CW-Leser testen: Ganttproject

Das quelloffene Projekt-Management-Tool teilt Ressourcen ein und plant Abläufe.

Viele planen und kontrollieren ihre Projekte mit teuren Werkzeugen. Dabei ließen sich sehr häufig die Lizenzgebühren einsparen. Beispielsweise mit dem kostenfreien Werkzeug Ganttproject (http://www.ganttproject.org). Unter anderem unterstützt es die Strukturierung eines Projekts in Teilaufgaben und Vorgänge.

Werden auch Sie Profi-Tool-Autor

Ingrid Alms ist Leserin der CW und hat uns den Bericht über Ganttproject geschickt.

Wie auch Sie Verfasser eines solchen Berichts werden können, erfahren Sie hier http://www.computerwoche. de/go/581700.

Fazit

Ein Tipp für Sparfüchse, die kleinere oder mittlere Projekte planen und überwachen möchten.

Ferner hilft es dabei, Vorgänge detailliert zu planen. Für jeden können Name, Priorität, Fertigstellungsgrad, Beginn und Ende beziehungsweise die Dauer festgelegt werden. Auch eine Kennzeichnung als Meilenstein ist möglich. Außerdem lassen sich Abhängigkeiten zwischen Vorgängen definieren.

Kontextbezogene Information

Das Tool kennt die Ende-Anfang-, Ende-Ende-, Anfang-Ende- und Anfang-Anfang-Beziehung. Damit aber nicht genug: es gestattet darüber hinaus jedem Vorgang einen Bearbeiter und Verantwortlichen zuzuordnen. Letzteren wiederum lassen sich Name, Rolle und Auslastungsgrad zuweisen. Dabei erleichtert sich die Arbeit, weil das Programm automatische kontextbezogener Informationen einblendet. Beispielsweise öffnet sich ein Kalender in einem Pop-up-Fenster, wenn der Anwender Vorgangsbeginn oder -ende festlegen möchte. Das Planungsergebnis kann als Ganttchart (Balkendiagramm), als PERT-Diagramm (Program Evaluation and Review Technique) oder als Kapazitätsplan abgebildet werden.

Die Standarddarstellungen sind übersichtlich und ansprechend. Wer dennoch kleine Änderungen wünscht, kann sie ohne Programmieraufwand vornehmen. Beispielsweise lassen sich die Balken des Ganttcharts beschriften. In Abhängigkeit von der gewählten Einstellung können Vorgangs-ID, -titel, Datumseingaben, Dauer, Arbeitsfortschritt oder Ressourcennamen links, rechts, ober- oder unterhalb eines Balkens angebracht werden. Der Anwender kann jedoch auch Farbe und Muster ändern oder die Tabelle im linken Teil des Ganttcharts individuell gestalten: Spalten zur Angabe von Typ, Priorität, Arbeitsfortschritt, Zusatzinformation, Vorgangsname, -beginn, -ende ,-dauer, und -verantwortlichen lassen sich aus- oder einblenden und in der Reihenfolge verschieben. Auch Linien, die Projektbeginn und -ende sowie das aktuelle Datum zeigen, kann der Nutzer ein- und ausblenden.

Balkenpläne

Ein ebenfalls in Form eines Balkenplans ausgeführter Kapazitätsplan zeigt die Auslastung der Projektmitarbeiter pro Zeiteinheit und - falls gewünscht - pro Vorgang in Prozent. Bereits an den Balkenfarben ist zu erkennen, bei wem noch Luft ist, wer bereits ausgebucht ist und wer aufgrund von Abwesenheit nicht eingeplant werden kann. Wem die Standardfarben nicht gefallen, kann sie mit wenigen Maus-Klicks ändern.

Ganttchart und Kapazitätsplan können nicht nur am Display angezeigt, sondern auch ausgedruckt werden. Eine Druckvorschau erlaubt es, Ausgaben vorher anzuschauen.

Das PERT-Diagramm zeigt den geplanten Ablauf als Netzplan. Enttäuschend: wer ihn ausdruckt, erhält ein GanttChart. Auch die Darstellungsform kann nicht ohne Programmieraufwand geändert werden. Allerdings ist beim PERT-Diagramm - wie auch beim Ganttchart - die Anzeige des kritischen Pfads möglich. Damit wird klar auf welche Vorgänge sowohl beim Planungs-Review als auch bei der Abwicklung des Vorhabens besonders zu achten ist.

Wer die Arbeitsfortschritte regelmäßig einpflegt, sieht sofort, was bereits erledigt ist und wo noch Hand angelegt werden muss. Ist laut Plan das Ende eines Vorgangs überfällig, so erscheint in der Spalte Zusatzinformationen ein Achtungszeichen.

Leider ist dies nur eine von wenigen Warnungen, die Ganttproject ausgibt. Viele Inkonsistenzen oder Falscheingaben schluckt die ansonsten gute Software ohne Hinweise. Dies erfordert zum einen Routine. Zum anderen muss Aufwand in die manuelle Überprüfung der Planung investiert werden.

Gut hingegen ist die Webfähigkeit des Produkts. Es ermöglicht das Öffnen von Projektplänen, die auf Webservern gespeichert sind. Wenn jene WebDAV unterstützen, können dort auch Projektpläne gespeichert und publiziert werden.

Sehr nützlich sind auch die zahlreichen Import- und Exportfunktionen. Es können Ganttproject-, Text- und MS-Project-Dateien importiert werden. Dies gestattet es beispielsweise, Projekdurchführungspläne zu be- arbeiten, die vom V-Modell- XT-Projektassistenten generiert wurden. Ferner exportiert das Tool Informationen als Rasterbild-Datei (JPEG, PNG), CSV-Datei, HTML-Bericht, PDF-Bericht und als MS-Project-Datei (MPX, MSPDI). Die in Java geschriebene Software läuft auf mehreren Betriebssystemen (Linux, Windows und Mac OS X). (fn)