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31.07.1987

CW-Umfrage unter Supermini-Anbietern:

Wo sehen Sie Zukunftschancen für Ihre Superminis hinsichtlich der Einsatzgebiete (Anwendungen, Märkte) und der Technologie? Zu dieser Frage äußerten sich mehrere Hersteller beziehungsweise Anbieter solcher Systeme. Wenn es nach den Produkt-Marketing-Managern geht, werden Superminis verstärkt für kommerzielle Zwecke eingesetzt, wobei Unix weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Optimistisch gaben sich die Befragten auch bezüglich der Wachstumsraten sowie der künftigen Verbreitung.

Siegfried Kleinselbeck

Pressereferent, Bull AG, Köln

Die Zukunft der Superminis ist eng mit der Akzeptanz von Unix als Betriebssystem-Umgebung für kommerzielle und technische Anwendungen verbunden. Aufgrund der Vorhersagen der Marktforscher in Deutschland steigt der Absatz Unixbasierender Systeme in den nächsten Jahren erheblich. An dieser Entwicklung haben die Minis und Superminis den größten Anteil.

Die Einsatzmöglichkeiten unserer hochleistungsfähigen Minicomputer in so verschiedenen Bereichen wie Grafik, Künstliche Intelligenz, Echtzeitanwendungen, Büroinformationssysteme und branchenübergreifenden/-spezifischen Applikationen auf Basis der Programmiersprachen Cobol, C und im Produktions-Dienstleistungsbereich sind in Verbindung mit Unix als universellem Betriebssystem und kompetenten Software-Partnern fast unbegrenzt. Berücksichtigt man zusätzlich die Haupteigenschaften und Vorteile von Unix (unter anderem Portabilität, Mehrbenutzerbetrieb, Hintergrundverarbeitung und verbesserte Benutzeroberfläche), so gehen wir von einer positiven Entwicklung der Superminis aus.

Stefan Klusmeier

Pressesprecher, Concurrent Computer GmbH, München

Im Drei-Rechner-Konzept beherrschen die Superminis die zweite Ebene, also die Abteilungsrechner. Nach Vorhersagen von Marktforschern weist die mittlere Stufe die höchsten Wachstumsraten auf (30 Prozent), während Großrechner stagnieren und bei PCs gegenwärtig Unsicherheit herrscht. Unsere Systeme werden für anspruchsvolle Echtzeit- und Hochleistungs-Transaktions-Verarbeitung, beispielsweise für Lotterieanwendungen, eingesetzt. Dies ist ein Bereich, in dem zunehmend die klassischen Mainframes von den Superminis verdrängt werden, denn hier stehen Echtzeit- und Durchsatzanforderungen im Vordergrund und nicht die typischen Mainframe-Batch-Kapazitäten.

In diesem Marktsegment werden sich wahrscheinlich enggekoppelte Multiprozessor-Systeme durchsetzen. Im Kommen ist des weiteren Galliumarsenid in der Chip-Technologie. Die Architektur-Unterschiede zwischen einem Mikro und einem Supermini sind gewaltig. Das, was Geld kostet, ist nicht der Prozessor, sondern die Architektur des Rechners, letztlich seine Durchsatzfähigkeit.

Michael Hankel

Produktmanager Industrie-Automation, Data General, Schwalbach/Ts.

Der Supermini wird sich durch Leistungsverbesserungen in seinem Anwendungsbereich nach oben ausweiten. Dieselbe Tendenz wird sich aber auch bedingt durch Preisverfall und Minimierung nach unten verzeichnen lassen. Das bedeutet, der Supermini von heute ist die Arbeitsstation von morgen. Die Systeme werden im Netzverbund arbeiten und die Intelligenz der Systeme wird sich auf die Abteilungen und die Benutzer verlagern. Der ebenso vernetzte Großrechner wird hierbei nur noch als große Datenbank dienen. Im Bereich Büro- und Industrieautomation sehen wir ein Zusammenwachsen der Applikationen, da der Ingenieur bereits heute 40 Prozent seiner Zeit mit administrativen Aufgaben verbringt.

Frank-Michael Fischer

Marketing-manager System-software, Digital Equipment, München

Die Unterschiede zwischen Mainframes und Superminis werden sich verwischen. Mainframe-Anwendungen werden zunehmend in Netzwerke eingebracht. Superminis müssen eine Online-Transaction-Processing-Fähigkeit entwickeln. Mainframes müssen lernen, mit anderen Rechnern zusammenzuarbeiten; Echtzeitfähigkeit ist, hier gefragt.

John Wargin

Marketingleiter für Fertigungsautomatisierung, Hewlett-Packard GmbH, Böblingen

Superminis passen auch künftig in alle "klassischen" Anwendungsbereiche: Konstruktion, Fertigung, Forschung, Verwaltung. Neu hinzukommen wird jedoch der Einsatz von Superminis als OEM-Produkt. Hier stehen wir an der Schwelle zu neuen Aktivitäten. Die Zukunftschancen für Superminis sind gut; eine Standardisierungswelle (Unix) wird sich hier ebenso durchsetzen wie sie sich für Personal Computer vor zwei bis drei Jahren, für Arbeitsplatzrechner vor 16 bis 18 Monaten verzeichnen ließ. Technisch interessant werden Superminis, da sie nicht mehr über eine isolierte, sondern über eine skalierbare (Precision-) Architektur verfügen. Das bedeutet "Durchgängigkeit" für die verschiedenen Rechnerfamilien: Workstation, Host und "Super-Super-Rechner" werden integriert.

Erwin J. Schöndlinger

Manager Produkt-Marketing, Prime Computer GmbH, Wiesbaden

Wir sehen die Zukunft unserer Superminis als sehr positiv - wir haben die breiteste kompatible Produktpalette, die zur Zeit überhaupt am Markt erhältlich ist.

Unsere Produkte kommen - neben dem CAD/CAM/CIM-Bereich - im technisch-wissenschaftlichen und jetzt vermehrt auch im kommerziellen Bereich zum Einsatz: Wir haben sieben vertikale Marktsegmente definiert (Anlagenbau, Maschinenbau, Medizin, Forschung und Lehre, Bauwesen, Umwelt- und Katasterwesen) und bieten mit den Rechnern der Serie 50 die idealen Superminis für die jeweiligen Applikationsbereiche und die Problemlösungen unserer Kunden an.

Sigrid Römer

Masscomp GmbH, München

Prioritäten beim Einsatz von Prozeßrechnern sind hauptsächlich im technisch/wissenschaftlichen Bereich zu setzen. Die Superminis sind kommunikationsfähig und sowohl in der Meßdatenerfassung als auch für CAD/CAM/CIM-Anwendungen prädestiniert.

Aber auch im kommerziellen Bereich finden die Superminis zum Beispiel durch Datenbanksysteme ihre Anwendung.

Helge Hovermann

Gould, Düsseldorf

Auch über die 90er Jahre hinaus sieht sich Gould Computer Systems einem wachsenden Absatzmarkt für Superminicomputer verpflichtet.

Ein Großteil der Leistungsbandbreite rekrutiert sich aus der innovativen Architektur, ideal für homogene, enggekoppelte Multiprozessor-Systeme. Neben dem Einsatzgebiet in hochkomplexen Echtzeit-Anwendungen eignen sich die Systeme als Abteilungsrechner für anspruchsvolle Entwicklungsaufgaben in der Unix-Welt. Durch die ausgeprägten Kommunikationsfähigkeiten drängt sich der Einsatz als Fileserver im Bereich des Distributed Processing geradezu auf.

Während sich die PowerNode/Concept-Rechner hervorragend als Frontend-Systeme für Supercomputer eignen, stößt Gould mit seinem neuesten Produkt (NPL), einem kombinierten Vektor/Skalar-Rechner, in die Leistungsklassen etablierter Supercomputer vor.

Jochen Rössner

zuständig für Fachjournalisten im Bereich Presse und Kommunikation, Unisys, Sulzbach/Ts.

Superminis sind für unser Unternehmen ein sehr wichtiges Produkt, was allein schon dadurch deutlich wird, daß wir einen eigenen Manager nur für diesen Bereich haben. Die Bedeutung, die wir Unix beimessen, schlägt sich auch in unserem Angebot nieder: Dieses Betriebssystem läuft auf allen Systemen vom PC bis zum größten Rechner. Wir arbeiten mit einer Reihe von Softwarehäusern und Partnern zusammen und sehen für Superminis große Chancen. Der Trend geht weg vom rein technisch-wissenschaftlichen, hin zum kommerziellen Einsatz von Superminis. Sehr starkes Interesse haben wir dabei am Finanzbereich, aber auch an Applikationen für die Industrie.

Hildegard Haag

Wang, Frankfurt

Unsere Produkte entsprechen heute schon den Anforderungen der Zukunft. Im Bereich der mittelständischen Industrie fungiert unsere VS-7000-Serie als Host, in großen Unternehmen als Abteilungsrechner.

Die Einsatzgebiete heute: Kommerzielle DV, Bürokommunikation, Datenbanken, Netzwerk-Verbundsysteme, Fertigungssteuerung. Zukünftig verstärkt Image-Verarbeitung, weitere Öffnung im Kommunikationsbereich hinsichtlich der internationalen Normierungen.

Wang hat heute schon praxisorientierte Lösungen - unter dem Gesichtspunkt Koexistenz mit anderen Herstellern - entwickelt.