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26.05.2000 - 

Drei originelle Internet-Business-Ideen machten das Rennen

CW und Technologieholding zeichnen Sieger im Gründerwettbewerb 2000 aus

BERLIN (CW) - Anlässlich der Eröffnung der Deutschen Existenzgründertage in Berlin wurden Freitag vergangener Woche die drei Preisträger des Gründerwettbewerbs 2000 prämiert. Der von der Risikokapital-Gesellschaft Technologieholding/3i VC GmbH und der COMPUTERWOCHE initiierte Wettbewerb richtete sich an Startups im IT- und Multimedia-Umfeld und war mit einem Beteiligungskapital in Höhe von 500000, 50000 und 25000 Mark dotiert.

Stefan Friese, Partner der Technologieholding, und Gerhard Holzwart, Ressortleiter Wirtschaft der COMPUTERWOCHE, nahmen die Auszeichnung der Preisträger vor. Insgesamt hatten sich an der zur Systems ''99 im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Ausschreibung 83 Startups beziehungsweise Unternehmen in Gründung beteiligt. Die Newcomer mussten zunächst eine Kurzfassung ihres Businessplans einreichen; die 25 überzeugendsten Geschäftsideen wurden dann in einer zweiten Ausscheidungsrunde von den Business- und Management-Spezialisten der Technologieholding auf Herz und Nieren geprüft.

Sieger und damit Gewinner von 500000 Mark Beteiligungskapital wurde die Interprice GmbH, Berlin (www.interprice.com). Das erst im September 1999 von den zwei ehemaligen McKinsey-Beratern Ralf Köhrbrück und Lutz-Peter Pape sowie dem irischen Spezialisten für Sprachtechnologie und elektronische Zahlungssysteme Vincent Power gegründete Unternehmen hat eine Software entwickelt, die den Einkauf im Internet mittels natürlicher Sprache ermöglicht. Auf diese Weise lässt sich hersteller- und händlerübergreifend nach Artikeln suchen, indem einzelne Produkteigenschaften oder Bewertungen eingegeben werden. Das sprachgestützte Tool soll auch in WAP-Handys verwendbar sein.

Die Berliner wenden sich mit ihrer Lösung vor allem an die Betreiber elektronischer Warenhäuser oder Shopping Malls. Deren Kunden können nach Darstellung von Interprice "mit eigenen Worten und in der jeweiligen Muttersprache eingeben, wonach sie suchen". Dabei ist es auch möglich, so genannte wertende Anfragen, etwa nach dem "leisesten Laserdrucker", oder die Auswahl eingrenzende Überbegriffe wie "Sportwagen" zu verwenden. Anschließend durchforstet die Suchtechnologie von Interprice die Angebote aller angeschlossenen Händler und präsentiert die Ergebnisse nach Kundenwunsch geordnet. In Form eines zusätzlichen Service lassen sich die jeweiligen Suchresultate um herstellerunabhängige Informationen - etwa die Ergebnisse von Produkttests einschlägiger Fachzeitschriften oder die Bewertungen von Customer-Rating-Agenturen - ergänzen.

Auf dem zweiten Platz landete die Lamac GmbH (www.lamac.de) mit Sitz in Kochel bei München. Die Gründer Gislinde und Michael Dietz können sich über 50000 Mark Startkapital freuen. Die ebenfalls erst im vergangenen Jahr formierte Gesellschaft soll bereits in Kürze in eine AG umgewandelt werden. Sie entwickelt und vermarktet einen Internet-Zugang, der auf einem speziellen Bundling aus Hard- und Software basiert. Der Clou dabei ist, dass die Endkunden einen - allerdings entsprechend im Motherboard vorkonfigurierten - PC samt Modem und MP3-Player erwerben können, der um mehr als die Hälfte preisgünstiger sein wird als vergleichbare Modelle im Handel. Finanziert wird die laut Firmen-Finanzchefin Gislinde Dietz "endkundenorientierte Vorstufe zu einem Web-Portal" durch diverse Werbepartner, die mit auf der "Lamac-Oberfläche" anklickbaren Icons sowie entsprechenden Verkaufs-Sites im Hintergrund vertreten sind. Nach derzeitigem Planungsstand wollen die Oberbayern Ende Juli mit dem Vertrieb ihres Internet-Rechners starten. Partner und "Sponsor" in Deutschland ist die Mobilcom-Tochter Freenet.

Dritter Preisträger wurde die Feedbackers.com GmbH (www. feedbackers.com) aus dem Raum Stuttgart. Das erst vor wenigen Wochen von Andreas Dolle, Sabina Hacker-Kollmar und Erich Kollmar offiziell gegründete Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge einen kompletten und voll integrierten Outsourcing-Service für ein Web-basiertes Kontakt-Management entwickelt und erhält von der Technologieholding 25000 Mark Beteiligungskapital. Im Rahmen von so genannten Customer-Care-Consulting-Projekten wollen die Newcomer interessierten Kunden die Analyse entsprechender Abläufe im Internet anbieten und bei Bedarf eine individuelle Komplettlösung entwickeln. Als Outsourcing-Dienstleister bearbeitet Feedbackers.com dabei alle per E-Mail an das Unternehmen gerichteten Kunden-Feedbacks und stellt eine zielgerichtete "Kanalisation" sicher. Diese Vorgehensweise bedeute, so das Unternehmen, für die Kunden nicht nur eine enorme Kostenersparnis, sondern biete auch die Möglichkeit, durch die Aufbereitung der Daten die entsprechenden Prozesse "in die richtigen Bahnen" zu lenken. Darüber hinaus wollen die Schwaben in diesen Tagen mit einem unabhängigen Portal online gehen, in dem Konsumenten zu den von ihnen benutzten Waren und Dienstleistungen ein positives wie negatives Feedback abgeben können.

Ausschlaggebend für die Prämierung der drei Firmen war, wie Technologieholding-Partner Friese in Berlin betonte, "die in den jeweiligen Business-Plänen zum Ausdruck gekommene Originalität und Plausibilität der Geschäftsidee, die beim darauffolgenden persönlichen Briefing untermauert werden konnte". Aber auch mit einer Reihe anderer Teilnehmer am Gründerwettbewerb 2000 verhandle man über eine Ausstattung mit Risikokapital. Übrigens: Mit allen drei Preisträgern führt die Technologieholding derzeit Gespräche über ein über das jeweilige Preisgeld hinausgehendes finanzielles Engagement.