Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Satire


18.07.2003 - 

CW-Wert

"Das Internet und der Terror." Nach einer Idee von Jay Walker.

Kalter Nebel stand über dem stacheldrahtbegrenzten Fabrikgelände. Grau lagen die Betonblöcke im Schatten knorriger Eichen. Kein Wachpersonal, keine Alarmanlage, keine Hunde. Al Taruba würde leichtes Spiel haben. Doch würden 35 Kilogramm Plastiksprengstoff ausreichen?

Das war die letzte Frage, die sich der Mann aus dem Jemen stellte, ehe sich das 7,62-Millimeter-Projektil zwischen seine Augen bohrte. Al Taruba war Vergangenheit - und das war das Werk von Rosa Gonzales aus Chihuahua. Sie hatte am Bildschirm gesessen, und ihr war der Mann, den die Webcam eingefangen hatte, von der ersten Minute an verdächtig erschienen. Er war auf einem Motorrad gekommen, unbehelmt und ohne Licht, in eigentümlich gebeugter Haltung.

Die Mexikanerin hatte ihre Pflicht getan und umgehend das Kraftwerk benachrichtigt. Das hatte gleich darauf den nationalen Sicherheitsdienst angefordert - und der hatte nicht gezögert. Die Frau blickte zufrieden auf ihren Monitor und griff zum Telefon. "US Homeguard hier, was kann ich für Sie tun?", schallte es aus der Ohrmuschel. "Hier spricht Rosa Gonzales aus Mexiko, ich möchte meine Prämie."

Stopp! Hier endet die Fiktion, wir kommen zu den Fakten. Jay Walker ist der Gründer von Priceline.com - und er hat eine neue Geschäftsidee namens US Homeguard. Alle rund 47000 schützenswerten Einrichtungen in den USA wie Atomfabriken, Kraftwerke, Flughäfen etc. sollen nach seinen Vorstellungen via Webcams überwacht werden - und zwar von Privatbürgern in aller Welt, die ein paar Dollar dazuverdienen möchten. Herr Schily, Herr Clement, hier bekommen Sie alles in einem Paket: Arbeitsplätze, Sicherheit und Aufträge für die Hightech-Industrie. Worauf warten wir noch?