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15.08.2003 - 

Satire

CW-Wert

"Bachelor-Abschluss in Informatik mit 17 Jahren" - solche Schlagzeilen lassen das Herz von Bildungspolitikern höher schlagen und den Pisa-Schock vergessen.

Werkeln die neuen Hochbegabten bereits im Stillen vor sich hin, während sich Politiker noch um die Definition von Elite streiten und keinen müden Euro für die unentdeckten zukünftigen Wunderkinder locker machen wollen? Oder trägt der neu eingeführte Informatikunterricht erste Früchte? Leider nein. Weder baden-württembergische noch bayerische Kultusminister können sich mit dem Wunderkind schmücken, denn der 17-jährige Überflieger Arno Pauly geht in Nordrhein-Westfalen zur Schule. Gerade in jenem Bundesland, über das die Bildungspolitiker im Süden gerne die Nase rümpfen, dessen Abiturienten an süddeutschen Universitäten gerne als Studenten zweiter Klasse eingestuft werden. Schlimmer noch, Pauly kommt aus einem Bundesland, das stolz auf seine Gesamtschulen ist. Was die Konservativen noch mehr verwundern dürfte, ist der ungewöhnliche Lebenslauf des erfolgreichen Jugendlichen. Weder Informatikunterricht noch Eliteförderung haben ihn an die Hochschule gelockt. Er langweilte sich in der Schule. Informatik interessierte ihn, da es nicht auf seinem Stundenplan stand. Seine Mutter suchte eine sinnvolle Beschäftigung für ihren in der Schule unterforderten Filius und fand an der Fernuniversität in Hagen Unterstützung. Dort erhielt der 13-Jährige eine Sondergenehmigung für das Studium, fehlende Grundlagen erarbeitete sich Pauly eigenständig, und Zeit für den Besuch einer Tanzschule blieb ihm außerdem.

Spätestens jetzt verstehen konservative Bildungspolitiker die Welt nicht mehr. Eine echte Schlappe für alle Apokalypse-Fans, die den Untergang unseres Landes herbeireden möchten und nach einer kasernierten Eliteförderung schreien. Zum Glück haben die Kids ihren eigenen Kopf und können ihn offenbar hervorragend zum Denken nutzen.