Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Satire


11.10.2002 - 

CW-Wert

Voyeure haben es schwer. Keiner versteht sie, keiner mag sie. Außer Millionen von Internet-Benutzern, die sich heimlich geschossene Intimfotos oder die Aufnahmen versteckter Webcams anschauen.

Amerikanische Richter bemühen sich nun darum, das Spannen gesellschaftsfähig zu machen. Ein Gericht im US-Bundesstaat Washington entschied, dass niemand gegen ein Gesetz verstößt, der Frauen "upskirt" oder "downblouse" knipst oder filmt, solange sie sich auf öffentlichen Plätzen tummeln. Vereinfacht gesagt: Es ist interessierten Zeitgenossen erlaubt, ihr Fischauge in die Blusen oder unter die Röcke von Frauen zu stecken - mit der gebotenen Distanz natürlich. Wer etwas dagegen hat, kann ja zu Hause bleiben.

Übrigens: Die Menge der weiblichen Passanten auf den Trottoirs rund um das Weiße Haus ist nach diesem Urteil nicht gesunken, die Zahl der verkauften Damenjeans und Rollkragenpullis nicht sprunghaft gestiegen. Wir nehmen diese Tatsache aber nicht zum Anlass, näher auf die amerikanische Exhibitionismus-Gesetzgebung einzugehen. Vielmehr möchten wir noch einmal kurz zum Thema Internet zurückkehren.

Der Reiz des Voyeurismus liegt ja nicht nur in der Anonymität und der Heimlichkeit, sondern auch in der Ungewissheit, ob es überhaupt etwas zu entdecken gibt. Vor diesem Hintergrund sind sichere Datenleitungen und breitbandige Netzzugänge die natürlichen Feinde des Spanners. Was waren das für herrliche Zeiten, als man sich mit seinem 19,6 Kbit/s-Modem ins Netz quälte, um sich dort ein wenig zu vergnügen. Gaaanz gaaanz langsam bauten sich die Bilder auf, erst der Kopf, dann der Hals, dann - der Zusammenbruch der Leitung. Wir erwarten von der US-Jurisprudenz, dass sie in aller Härte gegen breitbandige und sichere Netze vorgeht.