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16.03.2001 - 

Satire

CW-Wert

Sie ist gegangen! Einfach so! Kein Wort der Entschuldigung! Keine Vorwarnung! Einfach vom Netz gegangen.

So heisst das heute lapidar. Und verstellt den Blick auf die Grausamkeit, mit der Gefühle zerbrechen, wenn jemand geht.

Sie hat uns begleitet über Wochen, Monate, Jahre. Sie tauchte aus dem Nichts auf, war plötzlich da und entzündete sofort unsere Leidenschaften. Gab unserem Leben im Internet einen Sinn.

Wie es um sie stand, konnten wir ihr täglich ansehen. Sie hatte keine Geheimnisse. Sie lieferte sich unseren Blicken aus - schamlos. Hunderten zunächst, dann Tausenden, am Ende Millionen.

Wir wussten um ihre Leere in vielen Augenblicken. Nichts, rein gar nichts, blieb unserem voyeuristischen Blick verborgen. Auch wie sie gefüllt wurde. Auch wie sie sich leeren ließ. Uns wurde heiß, wenn es heiß an ihr herablief. Ihren Duft konnten wir imaginieren. Abhängige, die wir alle waren.

Ihre Offenheit grenzte ans Obszöne. So dermaßen direkt war ihre Botschaft, dass eine fast schon mystische Aura sie umgab. Sie war Teil unseres Daseins. Sie beflügelte unsere Phantasien in manchmal kaum erträglicher Weise. Irgendwie war sie nicht von dieser Welt.

Wenn wir sie sahen, lechzten wir mit jeder Faser unseres Körpers nach dem, was sie uns darbot. Vor allem morgens, das sei zugegeben.

Jetzt wird sie vom Netz gehen. Unsere heiß geliebte Kaffeemaschine. Übertragen per Webcam in alle Räume dieser Welt aus einem etwas schmuddeligen Kabuff der Cambridge University.