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Satire


27.07.2001 - 

CW-Wert

Der "Webby" ist der "Oscar" der Internet-Branche - kein "Oscar für Arme", wie Spötter meinen. Das Schöne an der Veranstaltung, die sich trotz Dotcom-Sterbens wacker hält:

Initiatorin Tiffany Shlain nimmt sich und ihre Academy of Digital Arts and Sciences nicht so ganz ernst. Und die Urheber besonders gelungener Web-Auftritte bekommen einen richtig hübschen Preis; wenigstens einmal in ihrem arbeitsreichen Leben dürfen sie im Rampenlicht stehen.

Natürlich halten die Gewinner auch eine kleine Ansprache, bevor sie sich zu Tränen gerührt auf das Bankett stürzen und anschließend eine wilde Party feiern. Ja - in Dotcom-Kreisen wird immer noch ausgelassen gefeiert. So dumm, ein Buffet auszulassen, ist dort inzwischen niemand mehr.

Höhepunkt der Veranstaltung sind die Dankesreden der Preisträger. Sie dürfen nur maximal fünf Wörter verwenden, weshalb sie immer erfreulich schnell zur Sache kommen. Den ersten Preis in der Kategorie Humor erhielt beispielsweise die Site The Onion. Die Witzbolde nutzten die Gunst der Stunde und teilten in ihrer Dankesrede mit: "Für Werbung zuständig: Phil Meyer".

Lust am Untergang verspürten die Kameraden vom "Plastic"-Magazin, Preisträger in der Kategorie Print and Zines. Ihr Wortbeitrag lautete: "Niemals war Bankrott so schön." Originalität in dieser Rubrik hat Tradition: Vor zwei Jahren sagte der Vertreter der Gewinner-Site Salon.com: "Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau, Mrs. Shlain." Komisch: Damals protestierte noch niemand, wenn aus fünf Wörtern neun wurden.