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Satire


04.02.2000 - 

CW-Wert

Ein Mädchen oder Weibchen" wünscht Mozarts Papageno sich laut eigenem Bekunden. An Kulturleistungen, an Arbeitsdisziplin und Triebverzicht, ist er dagegen desinteressiert. Soweit wir wissen, liest er keine Zeitungen, schon gar nicht hat er das Bedürfnis, welche voll zu schreiben. Arbeit und Eros sind zwei tätige Verhältnisse zur Welt und insofern prinzipiell verwandt. Praktisch sind sie jedoch komplett auseinander gefallen. Wenn wir abends bleich und runzlig aus dem Büro treten, kann beim besten Willen niemand Lust auf uns haben. Wir möchten dann ja auch selbst keine Aufregung mehr.

Angesichts dieses Missstandes ist es von grundsätzlicher Bedeutung, wenn nun der SAP-Mitgründer Klaus Tschira zusammen mit dem unternehmenseigenen Sinfonieorchester sowie Sängerinnen und Sängern des Mannheimer Nationaltheaters "Die Zauberflöte" aufführt, und das auch noch "unentgeltlich" und wohltätig. Ein erfolgreicher Mann der Wirtschaft wird in einer liebesphilosophischen Oper sein "Bestes geben": Ziel ist offenbar die Versöhnung, ja Verbindung der so heillos getrennten Sphären.

Mehr als auf den heißen Stein getropft ist mit dieser bisher einmaligen Leistung allerdings nicht. Nachahmer werden dringend gesucht. Wir erwarten die Bühnendebüts so erotisierender Persönlichkeiten wie Wolfgang Schäuble ("Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist") und Heinz Schleußer ("Ach, ich hab/sie ja nur/auf die Schulter geküsst"). Übrigens hat auch die CW ein Sinfonieorchester. Den Radetzkymarsch würden wir schon noch schaffen. Wir sind nur leider nicht unentgeltlich.