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Satire


23.07.1999 - 

CW-Wert

Deterministisch ist der Lauf der Welt, die Menschen tänzeln auf der schiefen

Ebene unaufhaltsam dem Abgrund entgegen. Was uns der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel vor 150 Jahren eintrichterte, wird im ausgehenden 20. Jahrhundert Realität. Das WWW oder die wundersame Welt des Wahnsinns saugt immer mehr Zeitgenossen in sich auf. Die neuen Junkies hängen bis zu 14 Stunden am Tag im Netz, ein schwarzer Bildschirm ist für sie Entzug. Zum Glück gibt es jetzt in München die erste deutsche Online-Ambulanz.

Die Amerikaner indes - der Alten Welt immer einen Schritt voraus - zerbrechen sich über die "Webmaniacs" den Kopf. Das Internet nimmt in den Wahnvorstellungen psychisch gestörter Amerikaner den Platz ein, den die Russen zu Zeiten des Kalten Krieges besetzt hatten. Ein 40jähriger sah seine Ohren zur Andockstation ans Netz mutiert, die seine sexuellen Phantasien für Millionen von Surfern auf einer Website aufbereitet.

Dabei müssen diese Webmaniacs noch nicht einmal selbst im Internet gesurft haben, ein Bericht im Fernsehen genügt. Die Gefahr lauert im trauten Heim. Wehe dem, der je wieder auf einen Lichtschalter drückt, der nicht von ungefähr die gleiche Farbe wie die Computermaus hat und auch Klick macht. Die Internet-Spione verschanzen sich nicht in den Ohren, sondern hinter den Lichtschaltern, zumal sie sich umgeben von Drähten und Leitungen sowieso viel wohler fühlen als auf Tuchfühlung mit Ohrenschmalz.