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01.05.1998 - 

Satire

CW-Wert

Der Beruf präge den Menschen, heißt es. Das ist natürlich eine Legende, mit der die Leute ihre Ticks als Opfermale anpreisen oder gar als Leistungen. In Wirklichkeit sucht sich der Mensch einen Job, in dem er seine bereits blühenden Neurosen möglichst ungestört weiterpflegen kann. Wer gerne wissen läßt, daß er recht hat, wird Lehrer oder Professor. Vampire kaufen Mietshäuser. Volksgenossen, die mit Vergnügen einen Block warten, melden sich zum Hausmeister. Möchte jemand sich in der Welt wichtig machen, ohne richtig in sie hinein zu müssen, wird er Journalist. Kriegt er dann keinen geraden Satz zusammen: ab in die Öffentlichkeitsarbeit. So kommt jeder dahin, wo man an seinen Typ gewöhnt ist und er wenigstens nichts durcheinanderbringt.

Das Niveau zu heben ist unter diesen Umständen allerdings schwierig: Wenn die neuen Mitarbeiter anfangen, ist ja schon alles zu spät. Die CIA, die in letzter Zeit von ein paar Kleinigkeiten wie dem Fall der Berliner Mauer überrascht wurde, setzt daher jetzt früher an: Auf einer Web- Site können junge Talente mit einem "kindergarten set" das Ausspähen üben. Hat nur einen Nachteil: Die Schätzchen, die von klein auf genau notieren, was ihre Freunde im Schuppen treiben, sind später zu gut. Sie werden schon gegen Mittag mit der Arbeit fertig sein, sich ungeliebt fühlen und Krieg anfangen - wäre nicht das erste Mal. Um das zu verhindern, müssen auch die Bewachten besser werden. Sie müssen Träumerei und Unsittlichkeit kultivieren, damit die anderen was zu beobachten haben. Eines braucht man dafür ganz bestimmt nicht: das Internet.