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15.10.1999 - 

Satire

CW-Wert

Früher war alles besser. Eine Brezel kostete zehn Pfennig und schmeckte nach Brezel. PCs existierten keine, oder sie waren so teuer, daß man nicht im Traum daran dachte, sich damit Großvaters schönen Schreibtisch zu verschandeln. Und Hysterie, ja Hysterie hatte, wie wir von Sigmund Freud wissen, mit Sex zu tun, also mit Liebe und Tod. Die Seelen, möchte man glauben, verloren ihre Contenance nur an Kräfte, die es lohnten. Jedem Anfang wohnte ein Zauber inne.

Heute hingegen gibt es "Cyberchondrie": Leute lesen im Internet von irgendwelchen Krankheiten und bilden sich ein, sie zu haben. Noch vor ein paar Jahren zog man sich dieses Leiden mit Hilfe von Büchern zu, konnte dabei eine geheimnisvolle Buchhändlerin oder einen hübschen Bibliothekar kennenlernen. Herbstnebel umschleichen unser Herz, wenn wir nun lesen, daß Xerox 40 Mitarbeiter gefeuert hat, weil sie am Arbeitsplatz nach Internet-Pornografie gesucht hatten. Muß das toll gewesen sein.

Wie anders leuchtet das Leben aus Italien! Der Polygamist Giovanni Vigliotti heiratete binnen 32 Jahren 104 Frauen in 15 Ländern. Mit vier Gattinnen ging er gleichzeitig auf Kreuzfahrt, keine soll etwas bemerkt haben. 1982 setzte die Justiz seinem Schaffen ein Ende, und dieses Datum vertieft noch den Respekt, den wir für den "listigen Dulder" (Homer) empfinden: Er errichtete sein gewaltiges logi- stisches Werk ohne Fax, ohne Mobiltelefon, ohne Terminsoftware und ohne Datenbank. Er war einfach besser.