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05.06.1998 - 

Satire

CW-Wert

Immer wieder wird den Anbietern von Antiviren-Software vorgeworfen, selbst die Probleme zu verursachen, die sie mit ihren Produkten zu lösen vorgeben. Das Geschäftsmodell fasziniert. Es ist logisch, daß sich jene Viren am einfachsten entfernen lassen, die man selbst geschaffen hat. Daß das eigentlich verboten ist, stört in einer globalen Gesellschaft kaum. Soll die Polizei doch erst einmal den Zusammenhang zwischen Offshore-Programmierung und der Virenschwemme aus den ehemaligen Ostblockländern nachweisen.

Doch soviel kriminelle Energie wollen wir der einschlägigen Software-Industrie nun doch nicht unterstellen. Sie setzt wohl allein auf Marketing und hier vor allem auf eine Doppelstrategie aus Panikmache und Besänftigung. Das Rezept scheint aufzugehen, viele Unternehmen verabreichen ihren PCs prophylaktisch Virenscanner.

Der aus der Medizin entliehene Virusbegriff leistet dabei wertvolle Überzeugungsarbeit. Schnell ist die Assoziation mit den unausrottbaren Grippe-Erregern hergestellt. Sie überzeugt auch den DV-Manager, der im Virenscanner eine Präventivwaffe erster Güte sieht.

Wie gut das ganze funktioniert, zeigt sich nach nahezu jeder Erstinstallation: Immer werden ein paar Erreger gefunden, die sogleich getilgt werden. Schon drängt sich der nächste Verdacht auf: Gehören die gefundenen Viren möglicherweise aus Demonstrationszwecken - der Käufer soll schließlich in seiner Sicherheitsinvestition bestätigt werden - zum Lieferumfang des Virenscanners?