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24.07.1998

CW-Wert

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen: Dieser schöne Zustand, mit dem Karl Marx erst nach dem Kapitalismus rechnete, ist jetzt doch schon erreicht. Haben etwa die deutschen Fußballer ihr überschaubares Können entfaltet, wird ihnen sogleich reichlich gegeben: siebenstellige Gehälter, Villen, Golfschläger, Disco-Schnepfen. Ähnlich erging es der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, Sankt Augustin, bei der Weltmeisterschaft für Fußball-Roboter in Paris. Sie traf auf ein französisches Team, das aber nicht antrat. So hatten die deutschen Gehcomputer das Feld für sich alleine, schossen einmal ins eigene Tor und dreimal ins gegnerische. Drei Punkte waren der verdiente Lohn.

Schwierig wird es allerdings, wenn jemand seine Bedürfnisse nicht kennt. Im Fußball und im DV-Geschäft kommt das nicht oft vor, wohl aber in der Zivilisation. Die beruht nämlich darauf, daß die Leute ihre Wünsche vor sich selbst verstecken, um sie im Interesse eines erträglichen Zusammenlebens besser unterdrücken zu können. Davon kann man krank werden. Manchmal platzt das "stählerne Gehäuse der Hörigkeit" (Max Weber) jedoch auf. Dann sagt und macht der Mensch wider seine bewußte Absicht, was er denkt und will. Das sind die Freudschen Fehlleistungen. Es gibt sie auch im E-Mail-Verkehr. Neulich schrieb jemand, den Chef möge der Schlag treffen. Sein Unbewußtes sorgte dafür, daß er diesen elektronischen Brief nicht dem befreundeten Kollegen sandte, sondern dem Chef. Den traf vor Wut der Schlag. Die Technik öffnet uns das Reich der Freiheit, erklärte sinngemäß Karl Marx.