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Satire


27.06.1997 - 

CW-Wert

Ich habe jetzt auch eins. Leihweise. Gottseidank. Ein Tamagotchi. Eines dieser digitalen, elektronischen Haustiere. Ausgeliehen hat es mir die Tochter einer Mitarbeiterin. Der Youngster kaufte sich das pflegebedürftige, sensible Teil nur, weil sein Direktor eine Durchsage gemacht hatte, wonach ihm diese piepsenden, Ansprüche stellenden, digital kackenden Monster nicht über die Schwelle der von ihm präsidierten Erziehungsanstalt kommen würden. Natürlich wurde sofort jeder Pennäler dieser Landplage habhaft.

Ich aber, intelligent, weise, über den Dingen stehend - ich bin entsetzt über all die Banalität, für die diese Viecher exemplarisch stehen. Nicht nur, daß auch namhafte Gazetten den nervtötenden Pestbeulen spaltenweise Platz einräumen, wie letztmals bei der Entdeckung, daß der Mars bewohnt sei. Nein, jetzt mißt man den Tamagotchis auch noch zusätzliche Bedeutung bei, indem in den USA, Japan und nun auch bei uns ernsthafte Diskussionen aufkommen, ob die Digitaleier quasi per Dekret aus den Schulhöfen zu exorzieren seien. Dies ist zuviel der Ehre.

Doch da fällt mein Blick auf die Rückseite des computerisierten Liebesersatzes: "Made in China". Jetzt ist alles klar. Der Klassenfeind ist angetreten, unsere Kinder, unsere Wechsel auf die Zukunft mithin, zu verblöden. Und sofort rufe ich den Glaubenskrieg aus. Wie warnte schon Altbundeskanzler Kiesinger? "Ich sage nur: China, China, China." Und sein Kollege Adenauer meinte, die Lage sei nie ernster gewesen.