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05.01.2001 - 

Online-Bezahlsystem steht offenbar vor dem Aus

Cybercash schließt seine elektronische Geldbörse

MÜNCHEN (fn) - Der Bezahlsystemspezialist Cybercash aus Frankfurt am Main hat die elektronische Geldbörse (Wallet) eingestellt. Das Unternehmen wickelt Kartenzahlungen über Kredit- oder spezielle Kundenkarten nur noch über einen Online-Service namens Point-of-Sale-Händlerterminal (POSH) ab.

Händler können diesen POSH-Service in ihre Web-Shops integrieren und ihren Endkunden so eine Bezahlfunktion bieten, wobei die Kommunikation nach dem Verfahren Secure Sockets Layer (SSL) verschlüsselt wird. Nach Angaben von Cybercash fand die elektronische Geldbörse nicht den erwarteten Zuspruch bei den Endanwendern. Surfer mussten sich diese Software auf ihren Rechner installieren. Wegen dieses Umstands stoßen auch andere Wallet-basierte Systeme wie beispielsweise Secure Electronic Transactions (SET) oder Ecash nur auf sehr wenig Gegenliebe bei Online-Shoppern. Der Surfer muss bei POSH keine Software installieren: Er benötigt lediglich einen Web-Browser. Händler, die bisher das Cash-Register, das anbieterseitige Gegenstück der Wallet, nutzen, können laut Cybercash ihr System mit der Software "Cr2posh" ohne Integrationsaufwand umstellen.

Mit dem Ausstieg aus der Wallet begräbt Cybercash zudem die Variante "Cybercoin", eine Art elektronischer Geldmünzen, vergleichbar mit dem Ecash-Verfahren. Neben den Cybercoins erlaubte die elektronische Geldbörse auch die Abwicklung von Lastschriftverfahren sowie Kreditkartentransaktionen. Obwohl einige Händler Cybercash einführten, wollten die Endkunden das System nicht. Auch die Verbreitung der Wallet-Software über CD-ROMs in Zeitschriften half da nicht. Offiziell haben nicht einmal 10 000 Surfer die elektronische Geldbörse installiert, und etwa 300 Händler bieten Cybercash als Bezahlmethode an.

Wie die Ausgabebanken des Cybercash-Systems sich verhalten werden, steht noch aus. Mario Zenker weiß es genauer: "Die Ausgabebanken des Cybercash-Bezahlverfahrens werden sich von dem System verabschieden." Zenker ist Geschäftsführer der in Leipzig ansässigen Virbus AG, eines Systemhauses für Online-Bezahlsysteme. Es installierte unter anderem Cybercash bei Online-Händlern. Die besagten Kreditinstitute, Dresdner Bank, Postbank, Commerzbank sowie einige Landesbanken und Sparkassen, planen laut Zenker ein Server-basiertes Payment-System, das mehrere Bezahlvarianten (Kreditkarte, Lastschrift) unterstützt und auch via Handy bedient werden kann.