Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.10.1996 - 

Ende des Jahres starten einige US-Banken Pilotversuche

Cybercash-Service transferiert virtuelle Pfennigbeträge

Information hat einen Wert aber wer sie im Internet anbietet, kommt nicht auf seine Kosten. Sicher, es gibt die Möglichkeit, über Zugangscode und Paßwörter eine geschlossene Benutzergruppe einzurichten. Aber "Laufkundschaft" läßt sich so nicht bedienen.

Besonders heikel ist dieses Problem dort, wo Informationen oder Software gegen geringes Entgelt an viele Kunden ausgeliefert werden sollen. Hier hakt Cybercash mit dem "Cybercoin"-Service ein. Er soll es ermöglichen, Kleinbeträge - von 25 Cent bis zehn Dollar - zwischen Kunde, Händler und Bank zu bewegen. Dazu lädt der Anwender von der Cybercash-Homepage http://www.cybercash.com das Programm "Internet Wallet" herunter, das er wie eine elektronische Geldbörse handhaben kann, nachdem er von seinem Girokonto maximal 80 Dollar hineintransferiert hat.

Für den Kunden kostenlos

Zur Übertragung der Finanzdaten verwendet Cybercash das "Public- Key"-Verfahren des US-Anbieters RSA, das - zumindest in der inneramerikanisch genutzten Form - als sehr sicher gilt. Eigenen Angaben zufolge denken die Cybercash-Mitarbeiter aber darüber nach, auf den von Visa und Mastercard initiierten bankenübergreifenden Standard d' Exchange et de Transfer (SET) zu wechseln.

Der Cybercoin-Kunde muß weder für die Software noch für die Dienstleistung zahlen. Die Gebühr an Cybercash - zwischen acht und 31 Cent pro Transaktion - entrichtet derjenige, auf dessen Server das transferierte Geld wandert, also der Händler. Um an dem Vorgang teilnehmen zu können, benötigt er eine Software, die den Namen "Cash Register" trägt und wie ein Point-of-Sales-Terminal arbeitet. Mit Hilfe Web-basierter Verwaltungsprogramme kann der Händler jede Transaktion (Verkauf, Umtausch, Annullierung etc.) überwachen und im Einklang mit seinem Prozeßmodell administrieren.

Analysten wie Torrey Byles von der Giga Information Group Inc. im kalifornischen Santa Clara werten es für Cybercom als Pluspunkt, daß einige US-Banken bereits Interesse bekundet haben. Die First Union, die First USA Paymentech, die First Data Corp. und die ihr angeschlossenen Institute sowie die Michigan National Bank wollen Ende dieses Jahres einen ersten Versuch mit dem Service starten. Jetzt haben, so Byles, die Informationsanbieter den Schwarzen Peter. Sie müssen Ware entwickeln, die sich auf diese Weise vermarkten läßt.

Einen ähnlichen Weg wie die vier US-Banken will die Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main, gehen - zusammen mit dem Cybercash- Konkurrenten Digicash und seinem "E-Cash"-Konzept. Wie Digicash auf seiner Web-Page mitteilt http://www.digicash.com , sollen damit auch Privatpersonen einander elektronisches Geld überweisen können. Digicash wirbt damit, daß E-Cash dem Kunden weitgehende Anonymität zusichere.

In diesem Punkt unterscheidet sich E-Cash grundlegend von der gängigen Zahlungsweise mit Kreditkarten. Darüber hinaus kommt das elektronische "Bargeld" aber auch den Benutzern entgegen, die sich bislang scheuen, ihre Kreditkartennummer im Internet preiszugeben.