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Control Data zieht sich aus dem Halbleitergeschäft zurück


06.11.1992 - 

Cypress Semiconductor kauft Chip-Fabrik zum Schleuderpreis

SAN JOSE (CW) - Die Cypress Semiconductor Corp. hat von Control Data eine Chip-Fabrik in Bloomigton/Minnesota zum Billigpreis gekauft Der kalifornische Halbleiter-Hersteller wird für eine der modernsten Chip-Produktionsstätten nur 14,7 Millionen Dollar bezahlen.

Cypress-President T. J. Rodgers zeigte sich mit dem Deal sehr zufrieden. In Zeiten, da Halbleiter-Werke nur selten für 100 Millionen Dollar zu erwerben seien, habe man die moderne Control-Data-Fabrik fast geschenkt bekommen. Der Computeranbieter aus Minneapolis selbst hatte in Bau und Ausstattung der Produktionsstätte rund 58 Millionen Dollar investiert, will sich aber schon seit einiger Zeit aus dem Chip-Geschäft zurückziehen, da finanzielle Erfolge in diesem Sektor ausblieben.

Die beiden Unternehmen einigten sich, daß Cypress bis Juli 1991 für das eine Fläche von 16275 Quadratmeter umfassende Chip-Werk 11,5 Millionen Dollar zu bezahlen hat. In den kommenden zwei Jahren werden die Kalifornier dann noch 3,2 Millionen Dollar für die Ausstattung hinblättern, deren Wert sich auf 32 Millionen Dollar beläuft. Last, but not least erklärte sich Control Data bereit, in den nächsten zwei Quartalen 4,6 Millionen Dollar Betriebskosten der Fabrik zu tragen, bis sie wieder produktionsbereit sei. Dadurch, so Cypress-President Rodgers, werde der Kauf keinerlei Belastung für das Halbjahresergebnis des Chip-Herstellers darstellen.

Seit 1988 wurden in den USA mehr als 30 Halbleiter-Werke geschlossen oder verkauft. Viele gingen in den Besitz japanischer Unternehmen über, die nach der Taktik verfahren, in schwierigen Zeiten Werke zu halten oder zu kaufen, um für einen neuen Aufschwung gerüstet zu sein.

Mit dem Kauf des Control-Data-Werkes macht es Cypress-President Rodgers den Japanern nach. Beim nächsten Halbleiter-Boom wolle er nicht erst enorme Investitionen für den Bau einer neuen Fabrik aufbringen müssen. Zitiert das "Wall Street Journal" den Cypress-Chef. "Die reichsten Leute, die ich kenne, sind die, die billig kaufen und teuer verkaufen."

Ohne Risiko ist die Transaktion für die Kalifornier dennoch nicht. Die Produktionskapazität einer der beiden Cypress-Fabriken beträgt derzeit nur 50 Prozent, und Marktanalysten erwarten enttäuschende Quartalserträge des Unternehmens. Für den Abschnitt, der am 31. Dezember 1990 endete, sagen sie Cypress einen Gewinn von gerade 22 Cent pro Aktie voraus. Dies, so der Tenor, sei zu dürftig für eine der am schnellsten gewachsenen Chip-Gesellschaften im Silicon Valley. Darüber hinaus muß Cypress mindestens vier Millionen Dollar in zusätzliches Equipment für das Werk investieren, um die eigenen Halbleiter fertigen zu können. Die Kalifornier wollen die Produktionsstätte als eigenständige Niederlassung mit dem Namen Cypress Minnesota Inc. führen und sie bereits innerhalb der nächsten Monate in Betrieb nehmen.