Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Da gibt es ein großes Universitätskrankenhaus. Mit vielen kleinen EDV-Anlagen. Und vielen kleinen Labors. Und zwei großen Labors. Und zwei Laborcomputern. Der eine versorgt gleichzeitig das Patientenaufnahmesystem mit Rechnerkapazität. Der andere is

21.04.1978

Da gibt es ein großes Universitätskrankenhaus. Mit vielen kleinen EDV-Anlagen. Und vielen kleinen Labors. Und zwei großen Labors. Und zwei Laborcomputern. Der eine versorgt gleichzeitig das Patientenaufnahmesystem mit Rechnerkapazität. Der andere ist einem Rechnernetz eines großen Forschungsinstitutes angeschlossen.

Der eine hat die Patientendaten aus dem Aufnahmesystem zur Verfügung und ergänzt diese Daten jeweils durch die anfallenden Laborwerte. Der andere hat an den Laborarbeitsplätzen Bildschirmterminals stehen, in die Patientenname, Station eingetippt werden müssen, die im anderen gespeichert sind. Der eine sammelt die Labordaten während der Zeit, die der Patient im Krankenhaus ist, um einen zusammenfassenden Bericht drucken zu können. Der andere sammelt die Daten ebenfalls.

Und beide Labors machen im wesentlichen die gleichen Untersuchungen.

Mal sehen, fragt sich der EDV-Bewanderte, wie ist denn die Leitung zwischen den Anlagen geschaltet? Was, keine Leitung? Aber dann doch offline über Bänder; die Labors liegen doch nur ein Stockwerk auseinander! Nein, auch nicht!

Wie meinen Sie? Nein, nein, so einfach, wie Sie sich das vorstellen, ist das auch wieder nicht. Und hier schon gar nicht. Denn bei uns hier hat so etwas quasi Tradition. Krankenhäuser haben Tradition. Und die Hierarchie in traditionellen Krankenhäusern hat auch ihre Tradition.

Ja, und dann sind da natürlich noch unsere beiden Laborchefs. Die verstehen was von Besitzstandswahrung. Das eine Labor gehört nämlich zur Zweiten Medizin, das andere zur Chirurgie.

Aber da gibt es noch ein menschliches Problem. Unsere beiden Laborchefs können nämlich nicht so gut miteinander.

Es gibt da zwar einen Beschluß im Haus, daß die beiden Labors zusammengefaßt werden sollen. Doch so ein traditionelles Krankenhaus ist nun mal, nicht zuletzt aus Tradition, stolz auf seine hierarchische Struktur. Ordnung muß schließlich sein. Außerdem ist der Beschluß erst fünf Jahre alt.

Schließlich haben die beiden Labors mit ihren jeweiligen Chefs ja auch ihre Tradition. Wenn da nun nur noch ein Laborchef im Haus wäre...; aber so?

Was glauben Sie, was passiert, wenn wir von der EDV da einfach mal so eine Leitung legen würden? Die Tradition in unserem Haus hat schon mancher unterschätzt. Da geht überhaupt nichts. Denn das würde ja so aussehen, als ob es zwischen den beiden Labors so etwas wie eine Verbindung gäbe.

Aber ganz im Vertrauen, die Leitung ist schon gelegt. Nur, hätten Sie Lust, eine Leitung zwischen einer PDP-11 und einer TR 86 zu programmieren? Denn "wissenschaftlich" ist das überhaupt nicht interessant. Und solange man sich weiter oben nicht einig wird, können wir sowieso nichts machen.

Sie wissen ja, die Tradition hat eben ihre Tradition.

Was heißt hier Fortschritt oder gar Kosteneffizienz? Meinen Arbeitsplatz setz' ich doch wegen so einer Lappalie nicht aufs Spiel.

Ein trauriger Einzelfall?