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Elektronisches Marketing made in Bayern


21.07.2000 - 

DA: Vom Bildschirmschoner zum kompletten Internet-Auftritt

MÜNCHEN (CW) - Die seit vergangenem Oktober am Neuen Markt gelistete Digital Advertising AG (DA) zeigte sich auf der Bilanz-Pressekonferenz äußerst zufrieden mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr 1999. Mit einem Umsatzwachstum von 75 Prozent konnte die Internet-Agentur aus Unterhaching bei München ihre Prognosen sogar leicht übertreffen.

Dass bei einem Umsatz von 7,5 Millionen Mark unterm Strich dennoch ein Fehlbetrag in Höhe von minus 5,3 Millionen Mark steht, begründet Finanzvorstand und DA-Gründer Raimund Alt mit den Kosten für den Börsengang sowie der massiven Aufstockung des Personals von 25 im vergangenen auf rund 130 Mitarbeiter in diesem Jahr. Vor allem Bereiche wie Marketing oder Investor Relations mussten erst aufgebaut werden. Auf eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen hofft die Agentur im Laufe des nächsten Geschäftsjahres.

Begonnen hat das Unternehmen 1993 mit der Idee, PC-Bildschirme als Werbefläche zu nutzen und verzeichnete einen ersten Erfolg mit dem Bildschirmschoner "Willi, der Werber", der für den TV-Sender Sat 1 entwickelt wurde. Seit 1995 baute DA sein Angebot zum Internet-Dienstleister aus und wurde unter anderem federführende Multimedia-Agentur für Microsoft Network. Auch den Internet-Auftritt der CSU konnte das junge Unternehmen an Land ziehen. Parallel dazu würde mit "DA-Com" auch ein eigenes Redaktionssystem entwickelt und 1996 auf den Markt gebracht. Mittlerweile hatte sich der Kundenkreis um Wacker Chemie, die Stadtsparkasse München und die Deutsche Börse erweitert. Für das Screening System "DA-Screen", das eine Online-Bildschirmpräsentation von digitalisierten Filmtrailern ermöglicht, konnte 1997 RTL als Kunde gewonnen werden. DA wird Internet-Lead-Agentur für den Sender.

Als Highlight in der Firmengeschichte gilt der Gang an den Neuen Markt in Frankfurt im Oktober 1999. Nicht nur weil die Kriegskasse nun gut gefüllt ist, sondern, weil damit auch eine der ausgewiesenen Schwächen von DA, der Mangel an geeigneten Mitarbeitern, wenn nicht behoben so doch zumindest gemildert werden konnte. "Wir bekommen sogar Blindbewerbungen", betonte Alt, "das hat es vor dem IPO nicht gegeben." Auch ein Stock-Options-Programm für alle Beschäftigten, von denen rund 40 Prozent im technischen Bereich arbeiten, wurde aufgelegt. Doch auch DA wurde nicht von den letzten Erschütterungen am Finanzmarkt verschont. Der Kurs der mit 12,50 Euro platzierten Aktie war zwar zwischenzeitlich auf über 40 Euro angestiegen, rutschte in Folge jedoch auf rund 18 Euro. Für Alt ist der Kurssturz jedoch kein Grund zur Beunruhigung, im Vergleich zu manchen Wettbewerbern sei man noch "glimpflich" davon gekommen. Richtig massiv sei keiner der Anleger ausgestiegen, eher sei in der Aktionärsstruktur der Anteil der institutionellen Anleger gestiegen. Da sich nach Ansicht des DA-Vorstands die Geschäfte gut entwickeln, bereitet das Thema Shareholder Value den Verantwortlichen keine Kopfschmerzen.

Mit den Übernahmen der Münchner Agentur Orchid Projekt und der Gütersloher Fractales GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2000 haben die Unterhachinger erste Schritte zur Erfüllung ihrer Zukunftspläne unternommen. Plan Nummer eins ist der Aufbau der Firma zu einem Full-Service-Anbieter in Sachen E-Marketing. Mit Orchid erweitert DA sein Angebot um die Komponenten Beratung und Konzeption, die in dem neu gegründeten Geschäftsbereich DA Consulting einfließen. Außerdem brachte die Übernahme weitere namhafte Kunden wie Allianz oder den Gerling-Konzern. Zweites Vorhaben der Bayern ist die Ausweitung der Geschäftstätigkeiten auf ganz Deutschland. Im Blickpunkt stehen dabei die Standorte Berlin, Hamburg und das Ruhrgebiet. Letzteres bekommt mit dem Kauf der Online-Agentur Fractales ein erstes Standbein. Die 30-köpfige Mannschaft, die 1999 einen Umsatz von rund fünf Millionen Mark erwirtschaftete, ist unter anderem Online-Lead-Agentur für Dr. Oetker, die Deutsche Post sowie die Bertelsmann Lexikothek. Wie die Bajuwaren den Sprung nach Berlin und Hamburg bewältigen wollen, steht noch nicht fest. Man befinde sich derzeit in intensiven Übernahmegesprächen, werde aber, falls diese scheitern sollten, einfach eigene Büros in den Städten eröffnen.

Abb:Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet DA mit den Kunden RTL, Microsoft und der Deutschen Post. Quelle: Digital Advertising