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12.07.1991 - 

Unter anderem ein deutsches Joint-venture geplant

Daimler-Benz-Systemhaus wird sich bei der Cap Gemini Sogeti einkaufen

MÜNCHEN (qua) - Dem europäischen Software- und Servicemarkt steht eine Elefantenhochzeit bevor.

Die Daimler-Benz-Tochter Debis AG will sich mit 34 Prozent am französischen Sogeti-Konzern beteiligen, zu dem das Dienstleistungsunternehmen Cap Gemini Sogeti gehört. Geplant ist nicht nur eine finanzielle Transaktion, sondern auch eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten, mit dem Ziel, nicht nur den europäischen, sondern den Weltmarkt zu erschließen. Dazu gehört auch die Gründung eines deutschen Joint-venture.

Für Branchen-Insider kam diese Ankündigung nicht allzu überraschend; hatte die Debis AG doch bereits angedeutet, daß sie ihre Präsenz in Europa auch durch Kooperationen ausweiten werde. Die Marktauguren brachten dann auch ziemlich bald den Namen des mit einem Umsatz von umgerechnet 2,7 Milliarden Mark und rund 20 000 Mitarbeitern größten europäischen Software- und Serviceunternehmens - der Cap Gemini Sogeti - ins Spiel. Daß Debis eine Ebene höher, nämlich mit deren Muttergesellschaft, verhandeln würde, hat jedoch kaum jemand geahnt.

Eine mögliche Begründung dafür nennt Kaj Green, Geschäftsführer der Cap Gemini SCS GmbH in Hamburg: Die Sogeti S.A. kontrolliert nicht nur 58 Prozent der unbestrittenen Nummer eins auf dem europäischen Software- und Servicemarkt, sondern auch 86 Prozent der Gemini Consulting Group, einer 1200 Mitarbeiter starken Management-Consulting-Company. Offenbar verfolgt Debis ein starkes Interesse am Marktsektor Unternehmensberatung; ein weiteres Indiz dafür sind die kurz vor dem Abschluß stehenden Verhandlungen zur Übernahme der europäischen Diebold-Gruppe.

Ganz soweit ist die Beteiligung an Sogeti noch nicht gediehen. Prinzipiell sei die Kooperation jedoch im beiderseitigen Interesse und habe bereits, so Green, den Charakter eines "Gentlemen's Agreement". Zu fragen bleibt, wie die beiden Unternehmen, die in Teilbereichen als Konkurrenten auftreten, den Markt untereinander aufteilen wollen.

Eine Antwort darauf blieben Debis und Cap Gemini bislang schuldig. Auch bezüglich der Pläne, eine deutsche Tochter zu gründen, wollte noch niemand Einzelheiten nennen.