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DCX Net: Startkapital von 550 Millionen Euro


13.10.2000 - 

Daimler-Chrysler fasst seine E-Investitionen zusammen

MÜNCHEN (CW) - Daimler-Chrysler konzentriert seine E-Business-Aktivitäten in einer neuen Firma. Künftig soll die DCX Net Holding GmbH alle Web-Investitionen koordinieren und helfen, den Konzern fit für das Internet zu machen.

"DCX Net steht für den E-Wakeup von Daimler-Chrysler", erklärte Vorstandsmitglied Eckhard Cordes die Neustrukturierung des Stuttgarter Traditionskonzerns. Um die wirtschaftliche Zukunft zu sichern, setzt der Daimler-Vorstand auf eine "durchgehende Vernetzung" des Unternehmens - einschließlich aller Mitarbeiter, der Lieferanten sowie der Kunden. Damit nicht genug, denn die Schwaben koppeln künftig auch ihre Autos mit dem Internet, Stichwort: "Telematik". Erleichtert werden soll dies durch eine Zusammenfassung der E-Business-Aktivitäten in der neuen Gesellschaft.

Das Fundament der Organisationsstruktur bildet die DCX Net Holding, die unterhalb der AG in Stuttgart angesiedelt ist. In ihr werden alle bestehenden - bislang rund 330 Millionen Euro - und zukünftigen E-Business-Beteiligungen von Daimler-Chrysler gebündelt, um als Kernkomponente der "DCX-Net-Initiative" den gesamten Konzern effizienter und damit wettbewerbsfähiger zu machen. Die Holding soll mit einem Startkapital von 550 Millionen Euro Allianzen, Joint Ventures und strategische Investments in die Wege leiten, um Zugriff auf moderne Verfahren zu bekommen, die neue E-Business-Lösungen für das gesamte Unternehmen ermöglichen.

Tradierte Prozesse müssen abgelöst werdenDabei geht es laut Cordes nicht nur um das reine Web-Enabling, also die Umstellung auf Internet-Technologien. Vielmehr sei es nötig, die tradierten Prozesse abzulösen und mit Hilfe einer durchgängigen Vernetzung von Funktionen sowohl Zeit als auch Kosten zu sparen - rund 15 bis 30 Prozent sollen es laut Cordes beim Einkauf sein, wo die Web-Plattform Covisint im Mittelpunkt steht. Ziel ist es, die Abläufe in der Entwicklung, dem Einkauf, der Produktion und dem Vertrieb "aufzubrechen". Beispielsweise wurden in einem bereits angelaufenen Pilotprojekt des Bestellwesens die Durchlaufzeiten um bis zu 70 Prozent reduziert.

Im Kontakt zu den Endkunden soll das Internet als Vertriebskanal für alle Konzernmarken erschlossen und ausgebaut werden. Allerdings sind sich die schwäbisch-amerikanischen Manager darüber im Klaren, dass ein Großteil der Käufer auch in den nächsten Jahren vorher das reale Auto sehen und testen will. Jedoch werden mehr als 90 Prozent aller Kunden nach Einschätzung von Daimler-Chrysler im Jahr 2003 so genannte Mischkunden sein, die sich zusätzlich zur Probefahrt mit Hilfe des Internet informieren wollen.

Die Web-Veränderungen machen auch vor den Angestellten von Daimler-Chrysler nicht halt: "Das Internet muss zum täglichen Menü eines jeden Mitarbeiters werden", so IT-Vorstand Cordes. Es werde aber nicht so weit kommen, dass der Konzern Gratis-PCs an die Belegschaft verteilt. Auf diese Weise, so ein Seitenhieb an die Adresse des Konkurrenten Ford, sei lediglich der Markt für Gebrauchtcomputer in der Region Detroit überschwemmt worden. Mit Hilfe des seit einigen Jahren eingeführten Intranet sollen Daimler-Mitarbeiter lernen, das Internet nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen.

Ein Börsengang von DCX Net ist kurzfristig nicht geplant, allerdings sei die Option auf längere Sicht nicht ausgeschlossen.