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14.03.1975 - 

Bildverarbeitungssystem für die Meteorologen:

Damit könnte man Millionen machen

DARMSTADT - Hardware für rund 38 Millionen Mark hat die europäische Weltraumforschungsorganisation ESRO zur Installation im Operationszentrum Darmstadt bestellt. Sie soll der Steuerung des europäischen Wettersatelliten Meteosat sowie der Übermittlung und Auswertung der von ihm gelieferten Daten dienen.

Auf die Frage, ob sich derartige Investitionen lohnen, meinte C. Honvault von der ESRO: "Wenn man die Wettervorhersage von Jetzt 24 Stunden auf nur 3 Tage verbessert, könnte man Millionen machen und das ganze System in drei Jahren amortisieren. Vorausgesetzt man wurde die Informationen verkaufen".

Für Schiffahrt, Landwirtschaft, Bauwesen und viele andere wetterabhängige Wirtschaftsbereiche wäre eine bessere Wettervorhersage bares Geld wert. Es ist nicht an den Verkauf der Informationen gedacht, - die ESRO ist aber überzeugt, daß die Steuergelder im Meteosat-Projekt volkswirtschaftlich lohnend angelegt sind. Von der Auftragssumme entfallen zwei Drittel auf ICL, die zwei Systeme 2980 ß 2 Millionen Bytes Hauptspeicher liefern soll - einen Ende 1975 (der Anfang 1976 betriebsbereit sein muß), den zweiten (er dient als Reserve) ein Jahr später. Von den bisher bestellten 30 Systemen 2970 und 2980 laufen erst einige bei ICL im Testbetrieb. Das erste System außerhalb des Konzerns soll im April in England im Bereich des Verteidigungsministeriums installiert werden: die ESRO wird zu den ersten Anwendern gehören. Nebenlieferanten für ESRO sind Siemens (sechs Systeme 330), die englische Firma Logica, die das Interfacing der Untersysteme zu den ICL-Zentraleinheiten stellt, das dänische Unternehmen Christian Rovsing (drei Feldprozessoren als Ergänzung der Siemens-Anlagen) und die französische Firma CIT-Alcatel (fünf Spezialkonsolen). Der Meteosat, der im April 1977 in eine Erdumlaufbahn gebracht werden soll, hat in erster Linie die Aufgabe, jede halbe Stunde je ein Bild im Bereich des sichtbaren Lichts und der Infrarot-Strahlung aufzunehmen und an die Bodenstation zu senden. Diese digitalisierten Bilder werden vom Rechner-System korrigiert, ausgerichtet und mit früheren Aufnahmen verglichen. Errechnet wird dabei die Windgeschwindigkeit in vier verschiedenen Höhen, Wolkenbedeckung und Wolkenhöhe sowie Temperatur, vor allem an Ozean-Oberflächen. Während die errechneten meteorologischen Daten 2 beispielsweise an das Wetteramt in Offenbach zur Weiterverteilung gegeben werden, werden die Bilder zunächst nur in Darmstadt empfangen. Hier wird der Prototyp einer Empfangsstation errichtet, den später interessierte andere Staaten oder Organisationen nachbauen können, um Bilder ebenfalls direkt vom Meteosat zu empfangen. Die Verbindung des vom deutschen Wetterdienst in Offenbach verwendeten Telefunken-Systems mit dem ICL-System Offenbach wird nach Ansicht von Honvault keine Schwierigkeiten bereiten.