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27.04.2001 - 

Gute Zeiten für Berater und Softwareanbieter im TK-Bereich

Danet-Gruppe punktet im Ausland

Auch in ihrem zwanzigsten Geschäftsjahr kann die Danet GmbH aus Weiterstadt bei Darmstadt ein positives Ergebnis vorweisen. Das Jahr 2000 war das erfolgreichste der Firmengeschichte, das Unternehmen legte bei Umsatz und Gewinn kräftig zu. Zu den guten Zahlen trugen sowohl Steigerungen im heimischen Markt als auch Akquisitionen im europäischen Ausland bei. Von Holger Eriksdotter*

Mit einem Plus von 34 Prozent verbuchte das Unternehmen gut 172 Millionen Mark Umsatz und konnte damit die Entwicklung des Vorjahres, das eine 29-prozentige Steigerung gebracht hatte, erneut übertreffen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen lag mit 23,5 Millionen Mark sogar um 54 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Und auch das Auftragspolster, das Geschäftsführer Jürgen Schröder auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main mit 64,1 Millionen Mark bezifferte, fällt um 73 Prozent dicker aus als im Vorjahr und lässt den Firmenchef optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Danet-Gruppe bietet Beratungsleistungen und Software für den Telekommunikationsbereich an. Zu den Gesellschaftern gehören neben der amerikanischen Softwarefirma Science Applications International Corp. (Saic) und der Deutschen Telekom die Beteiligungsgesellschaft Danet Partner GbR, in der die Mitarbeiter des Unternehmens die Mehrheit halten. Zurzeit sind etwa 60 Prozent der Belegschaft - 401 von 726 Mitarbeitern - an der Danet Holding beteiligt.

Deutsche Telekom ist GroßkundeZum Kundenkreis gehören nach Angaben von Geschäftsführer Schröder neben der Deutschen Telekom, die fast ein Drittel zum Umsatz beiträgt, noch weitere Unternehmen der TK-Branche. Außerdem erwirtschaftet Danet rund 30 Prozent der Einnahmen mit Großkunden wie etwa Banken oder Logistikunternehmen. So entwickelten die Weiterstädter die Abrechnungssoftware für T-Mobil, Tarifierungs- und Containerverwaltungsprogramme für Lufthansa- und Air-France-Luftfracht, ein internationales Paket-Steuerungs- und -Verfolgungssystem für die Deutsche Post AG sowie Internet-Anwendungen von E-Commerce bis zu WAP-Systemen und E-Banking-Applikationen. Besonders in diesem Bereich kann das Unternehmen, das in Deutschland schon mit den ersten Bank- und Zahlungssystemen unter Btx Pionierarbeit geleistet hat, auf langjährige Erfahrung zurückblicken.

Für den erfolgreichen Kurs seines Unternehmens nennt Schröder mehrere Gründe: Zum einen habe sich die Ausgliederung der TK-Beratung und der Internet-Aktivitäten in jeweils eigene Gesellschaften als richtig erwiesen, zum anderen habe man bei der Gründung von Tochtergesellschaften und der Akquise von Unternehmen im Ausland ein glückliches Händchen gehabt. Auch die breite Beteiligung der Belegschaft am Unternehmen, die zur guten Motivation und geringen Fluktuation der Mitarbeiter führe, habe zum erfreulichen Ergebnis beigetragen. Nicht zuletzt drücke sich auf der Gewinnseite aus, dass es gelungen sei, den Anstieg der Verwaltungskosten deutlich geringer zu halten als den Umsatzzuwachs durch Neugründungen und Firmenzukäufe.

Am Stammsitz in Weiterstadt bei Darmstadt sind die zentrale Verwaltung der Firmengruppe und die Geschäftsbereiche OSS (Betriebsunterstützungs-Systeme) und BSS (Geschäftsprozessunterstützungs-Systeme) angesiedelt, die mit 298 Mitarbeitern knapp 72 Millionen Mark Umsatz erwirtschaften. Die ausgegründete Danet Consult GmbH mit Sitz in Dortmund, die die Beratungsaktivitäten der Danet Gruppe bündelt, erzielte mit 113 Mitarbeitern einen Umsatz von 33,7 Millionen Mark und damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 37 Prozent. Sie trug damit ebenso überproportional zum Umsatzwachstum bei wie die in Stuttgart ansässige Danet Gesellschaft für Internet Solutions mbH, die mit 177 Mitarbeitern einen Umsatz von 48,3 Millionen Mark erwirtschaftete.

Die im letzten Jahr gegründeten Tochtergesellschaften in Österreich und der Schweiz haben ebenso das Konzernergebnis verbessert wie die amerikanische Tochter Danet Inc., die mit 85 Mitarbeitern 2,2 Millionen Dollar umsetzte. Im Oktober 2000 ist die Danet S.A mit Sitz in Paris und 53 Mitarbeitern hinzugekommen. Die UAB Danet Baltic, die im Sommer letzten Jahres in Litauen gegründet wurde, soll der Anwerbung von qualifizierten osteuropäischen Arbeitskräften und als Brückenkopf für den skandinavischen und wachsenden osteuropäischen Markt dienen. Von ihr erwartet Geschäftsführer Schröder im laufenden Geschäftsjahr jedoch keinen nennenswerten Umsatz. Als vorläufig letzte Akquisition ist im Januar dieses Jahres die Firma X-Tension aus Brighton in England mit 61 Mitarbeitern zur Danet-Gruppe gestoßen.

Doch bei den bisherigen Firmenkäufen soll es nicht bleiben; das Unternehmen steuert weiter Richtung Expansion und Internationalisierung. Und auch am Neuen Markt macht der Firmenchef Unternehmen aus, die mit qualifizierten und inzwischen auch erfahrenen Mitarbeitern ein interessantes Leistungsspektrum anbieten: "Wir beobachten den Markt sehr genau", aber "Phantasiepreise werden wir auf keinen Fall zahlen." Eine Akquisition komme nur dann in Frage, wenn Tätigkeitsfelder und Unternehmenskulturen zusammenpassten und sich der Erwerb auch nach kaufmännischen Gesichtspunkten rechne.

Vorerst kein BörsengangDie schlechte Stimmung am Neuen Markt und Befürchtungen im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung dämpfen den Optimismus des Geschäftsführers kaum: "Auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten investieren Firmen erfahrungsgemäß in unsere Systeme, weil sie Kosten sparen helfen." Die bisherigen Gründungen und Zukäufe konnte Danet aus eigenen Mitteln finanzieren, ohne die Liquidität des Unternehmens zu gefährden. Außerdem sei die Kasse nach wie vor hinreichend gefüllt, um kurzfristig weitere Übernahmen zu finanzieren, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Angesichts der jüngsten Entwicklung am Neuen Markt möchte der Firmenchef zurzeit über einen Börsengang nicht nachdenken. Allerdings will er den IPO nicht unter allen Umständen ausschließen. Wenn Investitionen nötig werden, die aus eigener Kraft nicht zu schaffen sind, etwa um mit der Deutschen Telekom den größten Danet-Kunden bei seiner internationalen Expansion zu begleiten, will Schröder sich auch einem Gang an die Börse nicht verschließen. Allerdings nur unter der Bedingung, "dass wir den Anlegern klipp und klar sagen können, wofür das Kapital benötigt und eingesetzt wird". Langfristig möchte der Geschäftsführer den internationalen Ausbau so weit vorantreiben, dass die Unternehmensgruppe 50 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftet.

*Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.

Abb.1: Beteiligungsstruktur

Rund 60 Prozent der Belegschaft sind an der Danet-Holding beteiligt. Quelle: Danet

Abb.2: Umsatzentwicklung

In den letzten Jahren stiegen die Umsätze von Danet um etwa 30 Prozent. Quelle: Danet